Streit um Muezzin-Ruf in Oer-Erkenschwick geht weiter

Muslimische Gläubige hocken beim Gebet auf einem Teppich

Streit um Muezzin-Ruf in Oer-Erkenschwick geht weiter

  • Gericht hatte Gebetsruf verboten
  • Stadt reichte Berufung ein
  • Fall wird neu verhandelt

Der Streit um einen Muezzin-Ruf in Oer-Erkenschwick geht weiter. Seit anderthalb Jahren ist es einer türkischen Moschee verboten, über Lautsprecher zum Gebet aufzurufen. Jetzt soll der Fall noch einmal neu verhandelt werden.

Anwohner klagten

Geklagt hatte damals ein Ehepaar, das zirka 900 Meter entfernt von der Moschee wohnt. Zu dieser Zeit rief der Muezzin einmal in der Woche - mit der Genehmigung der Stadt.

Gericht verbot Muezzin-Ruf

Das Verwaltungsgericht in Gelsenkirchen gab dem klagenden Ehepaar Recht und verbot der Moschee den Gebetsruf über Lautsprecher. Das Gericht bemängelte in seiner Urteilsbegründung, dass die Stadt der muslimischen Gemeinde die Genehmigung erteilt hatte, ohne vorher die Anwohner einzubinden.

Urteil wird neu verhandelt

Die Stadt legte gegen das Urteil Berufung ein. Sie verwies auf die Religionsfreiheit und merkte an, dass die Kläger so weit von der Moschee weg wohnen würden, dass sie den Muezzin-Ruf gar nicht hören könnten.

Das Oberverwaltungsgericht in Münster hat die Berufung der Stadt jetzt (08.09.2019) zugelassen. Damit wird demnächst neu darüber verhandelt, ob der Muezzin der Gemeinde laut zum Gebet aufrufen darf.

Stand: 09.09.2019, 14:05