Vergewaltigungsfall Mülheim: 14-Jähriger in Haft

Vergewaltigungsfall Mülheim: 14-Jähriger in Haft

  • Mutmaßliches Sexualdelikt in Mülheim/Ruhr
  • 14-jähriger Verdächtiger festgenommen
  • Haftrichter ordnet U-Haft an

Nach der mutmaßlichen Vergewaltigung einer 18-jährigen Frau in Mülheim an der Ruhr hat der Haftrichter am Dienstag (09.07.2019) Untersuchungshaft für einen der Tatverdächtigen angeordnet. Es handelt sich hierbei um einen 14-jährigen Jungen.

Das Amtsgericht in Duisburg begründet die Festnahme wegen Wiederholungsgefahr. Es sei bekannt geworden, dass der 14-Jährige bereits im strafunmündigen Alter wegen zweier sexueller Belästigungen aufgefallen war.

Insgesamt fünf Verdächtige

Insgesamt stehen drei 14-Jährige und zwei Zwölfjährige im Verdacht, die junge Frau am Freitagabend (05.07.2019) in Mülheim vergewaltigt zu haben. Laut Essener Polizei waren Anwohner aufmerksam geworden, weil ihre Hunde anschlugen. Die Vergewaltigung soll in einem Waldstück nahe eines Spielplatzes geschehen sein – umgeben von Reihenhäusern und kleineren Mehrfamilienhäusern mit Garten.

Die mutmaßlichen Täter hatten zunächst noch versucht zu fliehen, wurden aber einige hundert Meter vom Tatort von Polizisten in einem Streifenwagen entdeckt und in Gewahrsam genommen.

Zwölfjährige noch nicht strafmündig

Bekannt geworden ist inzwischen, dass zwei der fünf möglichen Täter dem Jugendamt länger bekannt sein sollen. Die beiden Zwölfjährigen sind noch nicht strafmündig und können deshalb nicht vor Gericht gestellt werden.

Der Kölner Rechtsanwalt Frank Langen sagte dazu dem WDR: "Grundsätzlich gelten für Jugendliche und Heranwachsende die gleichen Gesetze wie für Erwachsene. Sie werden aber dann durch eine Vorschrift im Jugendgerichtsgesetz gemindert. Jeder Jugendliche wird weniger hart bestraft als ein Erwachsener."

Der Duisburger Sexualtherapeut Carsten Müller bezeichnete im WDR eine solche Vergewaltigung "als eine Art von Machtausübung. Diese wird durch eine Gruppe noch potenziert. Das ist fast nicht mehr zu steigern."

Die Stadt Mülheim will nun, dass die tatverdächtigen Kinder, die alle bulgarischer Herkunft sind, vorerst nicht mehr zur Schule gehen. Die Bezirksregierung Düsseldorf soll sie bis zu den Ferien von der Schulpflicht befreien. Dies wird derzeit geprüft.

Die junge Frau, die eine leichte geistige Behinderung haben soll, wird derzeit psychologisch betreut. Sie war am Freitag in ein Krankenhaus gekommen, hat es aber mittlerweile verlassen.

Stand: 09.07.2019, 15:27