Vergewaltigung in Mülheim: Familie entgeht Abschiebung

Mülheim

Vergewaltigung in Mülheim: Familie entgeht Abschiebung

  • Bulgarische Familie kann nicht ausgewiesen werden
  • 14-jährigem Sohn wird Vergewaltigung vorgeworfen
  • Stadt will Familie weiter überprüfen

Die Familie des 14-jährigen bulgarischen Jungen, der im Sommer 2019 eine Frau vergewaltigt haben soll, hatte bis Montag (04.11.2019) Zeit nachzuweisen, ob sie in Deutschland einen Job ausübt. Ansonsten wäre die Familie abgeschoben worden. Die Mutter hat nun angegeben, dass sie in einer Gebäudereinigungsfirma in Essen arbeiten wird.

Vater hat ebenfalls Stelle gefunden

Auch der Vater des Tatverdächtigen Jungen will in den kommenden Tagen eine Stelle antreten. Die Stadt Mülheim wird aber überprüfen, ob die Eltern tatsächlich arbeiten. Sie hatte der bulgarischen Familie nahegelegt, freiwillig in ihr Heimatland zurückzukehren.

Einkommen wurde überprüft

Die Familie wehrte sich bislang gegen eine Abschiebung und war zeitweise untergetaucht. Denn: die Stadt Mülheim hatte ein Verfahren zur Einschränkung der Freizügigkeit, wie sie für EU-Bürger gilt, eingeleitet. Das ist möglich, da die Familie nach fünf Jahren in Deutschland bislang kein eigenes Geld verdient hatte. Das ist aber Pflicht.

Familie ließ Fristen verstreichen

Der Vater des 14-jährigen Hauptverdächtigen hatte einen Arbeitsvertrag vorgelegt. Im Sommer 2019 fiel aber auf, dass der ungültig war. Die Frist für eine Anhörung in dieser Sache hatte er verstreichen lassen.

Der 14-Jährige Sohn gilt als Hauptverdächtiger in einem Vergewaltigungsfall. Ihm wird vorgeworfen, gemeinsam mit vier weiteren Jugendlichen im Juli eine Frau vergewaltigt zu haben. Der Hauptverdächtige soll die Frau bereits zuvor einmal vergewaltigt haben. Er sitzt weiterhin in Untersuchungshaft.

Kinder als Straftäter: "Schulausschluss bewirkt gar nichts"

WDR 5 Morgenecho - Interview 09.07.2019 06:29 Min. Verfügbar bis 08.07.2020 WDR 5

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Stand: 04.11.2019, 16:03