Mühle in Recklinghausen arbeitet auf Hochtouren

 "Roland Mills United" Mühle in Recklinghausen

Mühle in Recklinghausen arbeitet auf Hochtouren

Von Ann-Kristin Pott

  • Urlaubssperre und 12-Stunden-Schichten
  • 50 Prozent mehr Mehlpackungen für Supermärkte
  • Es gibt genug Mehl, keine Engpässe zu erwarten

In einigen Supermärkten sind die Regale für Mehl oft schnell leer. Denn viele Menschen kaufen im Augenblick Mehl auf Vorrat. Die Mühle "Roland Mills United" in Recklinghausen arbeitet deshalb auf Hochtouren, um das Mehl zu verarbeiten und in die Läden zu bringen.

Vorratskäufe sorgen für leere Mehl-Regale

Die Produktion für Ein-Kilo-Mehlpakete wurde um 50 Prozent erhöht. Damit sind die technischen Kapazitäten der Maschinen ausgereizt, sagt Stephan Kill. Er ist Geschäftsführer der Mühle. Der Engpass hänge vor allem mit Vorratskäufen zusammen. Dabei gibt es laut Kill genug Mehl.

Stephan Kill, Geschäftsführer "Roland Mills United"

Stephan Kill, Geschäftsführer "Roland Mills United"

Die Hamsterkäufe kann er nicht nachvollziehen: "Gerade bei Basisgrundartikeln wie Brot, Backwaren oder Mehl, da bin ich traurig, dass man sich nicht auf die Hersteller verlässt. Denn die Sorge, dass in Deutschland Ware knapp ist oder man sein Brot nicht auf den Tisch bekommt, ist völlig unbegründet".

Team der Mühle ist ausgelastet

Momentan sind die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Mühle ausgelastet. Denn die Arbeit in der Mühle gilt als systemrelevant. Das Team hat sich wegen des Corona-Virus anders aufgestellt. Normalerweise arbeiten die unterschiedlichen Abteilungen der Mühle eng zusammen - um die Ansteckung zu verhindern wurden die Bereiche getrennt.

Es gibt für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter eine Urlaubssperre und zwölf statt Acht-Stunden-Schichten. Das heißt, ein Team bleibt zu Hause, das dann im Fall einer Ansteckung einspringen kann. Auch der Kontakt nach außen wird so gut es geht verhindert. Denn wenn die Mühle stillsteht, dann könnte es tatsächlich zu Engpässen kommen.

Problematisch: Getreide aus Europa

Das Getreide für Mehl kommt aus ganz Europa. Stephan Kill glaubt, dass die Versorgung von Getreide aus Europa in der nächsten Zeit die größte Herausforderung wird. Deswegen setzt "Roland Mill United" vor allem auf Getreide von regionalen Landwirten, um die Versorgung sicherzustellen.

Der Betrieb produziert 400.000 Tonnen Mehl im Jahr, davon sind 10 Prozent Kilo-Mehl-Beutel für Supermärkte. Kill glaubt, dass die Preise aufgrund der hohen Nachfrage steigen werden, wann sich die Preise verändern, kann er aber noch nicht sagen.

Kein Mehl im Supermarkt - kleine Mühlen erleben Ansturm

WDR 5 Westblick - aktuell 03.04.2020 04:32 Min. Verfügbar bis 03.04.2021 WDR 5 Von Jörg Sauerwein

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Stand: 07.04.2020, 05:59