Herner Kreuzkirche bei Nacht angestrahlt

Nach Morddrohungen gegen Herner Pfarrerin: Menschen zeigen Solidarität

Stand: 23.01.2022, 12:58 Uhr

Eine Pfarrerin aus Herne hat zwei Morddrohungen erhalten. Sie organisiert öffentliche Friedensgebete, um der Opfer der Corona-Pandemie zu gedenken. Jetzt haben Hunderte Menschen ihre Solidarität gezeigt.

"Ihr seid tot". Diese Botschaft fand die Pfarrerin der evangelischen Kreuz-Kirchengemeinde, Melanie Jansen, handgeschrieben auf einem Taschentuch, das in ihrem Vorgarten lag. Ein Schock für die Pfarrerin und ihre Familie. Denn es ist bereits die zweite Morddrohung, deren Hintergründe nun der Staatsschutz ermittelt.

Pfarrerin lebt in Sorge

Melanie Jansen, evangelische Pfarrerin der Kreuz-Kirchengemeinde in Herne

Pfarrerin Melanie Jansen erhielt Morddrohungen

Seit einigen Wochen schon organisiert Melanie Jansen immer samstags die Friedensgebete, mit denen sie auch ein Zeichen setzen will. Zeitgleich finden nämlich immer wieder Demonstrationen von Gegnern der Corona-Maßnahmen statt. In Herne und vielen anderen deutschen Städten.

Dass nun wiederholt solche Drohungen gegen sie kommen, beunruhigt Jansen und macht sie im Gespräch mit dem WDR nachdenklich: "Was sind das für Leute, die sich nicht davon distanzieren?" Dabei meint sie die Gewaltandrohung und nicht die kritische Haltung gegenüber der Corona-Maßnahmen und gegen Impfungen.

Friedensgebete sollen fortgesetzt werden

"Jeder kann seine Meinung sagen", sagt die Pfarrerin, "wenn jemand dagegen ist sich impfen zu lassen, ist er ja auch frei, dass nicht zu tun. Das ist eine persönliche Entscheidung. Da kann jeder seine Meinung zu haben. Man kann auch demonstrieren und auf die Straße gehen. Aber es hört da auf, wo andere Menschen angegriffen werden."

Darum will Melanie Jansen auch weiterhin an den Friedensgebeten festhalten und weitermachen.

Hunderte Menschen zeigen Solidarität

Beim ersten Friedensgebet nach den Mordrohungen haben am Samstag in Herne Hunderte Menschen Solidarität mit der Pfarrerin gezeigt. Unter den Teilnehmenden, die sich vor der Kreuzkirche versammelten, war auch Oberbürgermeister Frank Dudda.