Mordfall Nicole-Denise Schalla: Angeklagter bleibt in U-Haft

Der Angeklagte Ralf H. auf der Anklagebank. Er versteckt sein Gesicht hinter einem Stück Pappe.

Mordfall Nicole-Denise Schalla: Angeklagter bleibt in U-Haft

  • Antrag auf Haftentlassung abgelehnt
  • ein Verteidiger will Mandat niederlegen
  • Angeklagter mehrfach vorbestraft wegen Würge-Attacken

Im Mordfall Nicole-Denise Schalla bleibt der Angeklagte Ralf H. weiter in Untersuchungshaft. Er war deshalb am Montag (14.01.2019) vor Gericht so aufgebracht, dass er dem vorsitzenden Richter vorwarf, ihn vorzuverurteilen und das Verfahren in die Länge zu ziehen. Der Richter entzog Ralf H. nach mehrfacher Ermahnung das Wort.

Vorstrafen: Fünf Würge-Attacken gegen Frauen

Vor Gericht gab es Einblick in die Vorstrafen des Angeklagten. Er saß bereits mehrere Jahre in Haft, auch in Sicherungsverwahrung. Unter anderem wegen schwerer Körperverletzung und fünf Würge-Attacken gegen Frauen. Drei Monate vor dem Mord an Nicole-Denise Schalla attackierte Ralf H. eine 16-Jährige. Zwei Monate danach eine 28-jährige Frau.

Der zweite Verteidiger Gencer Demir hält diese Taten für nicht vergleichbar mit dem Mord an Nicole-Denise Schalla. Der Angeklagte habe ab einem gewissen Punkt immer von den Frauen abgelassen.

Pflichtverteidiger möchte von Mandat zurücktreten

Pflichtverteidiger Ralph Giebeler kündigte an, von seinem Mandat zurück treten zu wollen, weil das Vertrauensverhältnis zu dem Angeklagten gestört sei. Das Gericht muss darüber noch entscheiden, da Ralph Giebeler als Pflichtverteidiger eingesetzt ist.

Weitere Sachverständige als Zeugen geladen

Das Gericht kündigte an, demnächst weitere DNA-Sachverständige als Zeugen zu laden. So will es klären, ob die einzelne Hautschuppe von Ralf H. ausreichen könnte, um zu beweisen, dass der Angeklagte am Tatort gewesen ist.

Stand: 14.01.2019, 15:43