Mordfall Schalla: Zweite DNA-Spur gefunden

Der Angeklagte Ralf H. auf der Anklagebank. Er versteckt sein Gesicht hinter einem Stück Pappe.

Mordfall Schalla: Zweite DNA-Spur gefunden

  • Weitere DNA-Spur belastet den Angeklagten
  • Verdacht gegen Ralf H. erhärtet sich
  • Angeklagter mehrfach vorbestraft wegen Würge-Attacken

Im Prozess um den Mord an Nicole-Denise Schalla erhärtet sich der Verdacht gegen den Angeklagten Ralf H. Es wurde eine weitere DNA-Spur gefunden. Das bestätigte die Anwältin der Opferfamilie dem WDR am Donnerstag (21.03.2019). Das neue Gutachten belastet den Angeklagten, die damals 16-Jährige im Jahr 1993 getötet zu haben.

Am 4. Februar hatte das Gericht das zusätzliche DNA-Gutachten angefordert, um zu klären, ob es noch weitere DNA-Spuren gibt. Die einzige war bisher eine Hautschuppe. Dadurch waren Ermittler im Sommer 2018 auf die Spur des Angeklagten Ralf H. gekommen – 25 Jahre nach der Tat.

Damals wurden DNA-Spuren mit Hilfe von Folien an dem erwürgten Mädchen gesichert. Jetzt hat ein Gutachter weitere Folien aus der Asservatenkammer auf DNA untersucht. Unklar ist, wie die Hautschuppe des Angeklagten auf den Körper des Mädchens kam. Erste Gutachter hatten keine eindeutige Aussage treffen können, ob der Angeklagte am Tatort war.

Vorstrafen: Fünf Würge-Attacken gegen Frauen

Vor Gericht gab es Einblick in die Vorstrafen des Angeklagten. Er saß bereits mehrere Jahre in Haft, auch in Sicherungsverwahrung. Unter anderem wegen schwerer Körperverletzung und fünf Würge-Attacken gegen Frauen. Drei Monate vor dem Mord an Nicole-Denise Schalla attackierte Ralf H. eine 16-Jährige. Zwei Monate danach eine 28-jährige Frau.

Verteidiger Gencer Demir hält diese Taten für nicht vergleichbar mit dem Mord an Nicole-Denise Schalla. Der Angeklagte habe ab einem gewissen Punkt immer von den Frauen abgelassen.

Stand: 21.03.2019, 18:37