Viele Fragen zu erschossenem Rentner in Bochum

Rentner im Wald erschossen

Viele Fragen zu erschossenem Rentner in Bochum

  • 77-Jähriger hatte Erlaubnis auf Friedhof zu jagen
  • Staatsanwaltschaft: Aber nicht zu diesem Zeitpunkt
  • Beteiligte Polizisten noch nicht aussagefähig
  • Anonyme Hinweise werfen Fragen auf

Der 77-jährige Rentner, der Gründonnerstag (18.04.2019) auf einem Friedhof in Bochum von Polizisten angeschossen wurde und später starb, hatte eine Jagderlaubnis für diesen Ort. Das hat die Staatsanwaltschaft am Montagnachmittag (29.04.2019) mitgeteilt.

"Er hatte eine Jagderlaubnis. Er hatte auch eine Erlaubnis, auf dem Friedhof zu jagen", sagt der Bochumer Oberstaatsanwalt Christian Kuhnert. Die Erlaubnis gebe jedoch einen anderen Zeitraum und auch zu beachtende Sicherheitsbedingungen vor.

Zeugenhinweise werden geprüft

Rentner möglicherweise im Wald erschossen

Polizisten am Tatort auf dem Friedhof in Bochum

Ein Zeuge hatte Gründonnerstag die Polizei gerufen, weil er den Rentner gegen 18 Uhr mit einem Gewehr auf dem Friedhof gesehen hatte. Dieser habe die Polizei darüber informiert, dass soeben ein ihm unbekannter Mann in Begleitung einer Frau den Friedhof betreten habe. Der Mann führe ein Gewehr mit, dass er zuvor durchgeladen habe. Polizeibeamte seien kurz darauf auf dem Friedhof eingetroffen, heißt es in der Pressemitteilung, die Polizei Essen und Staatsanwaltschaft am Montag (29.04.2019) veröffentlicht haben.

Eine weitere Augenzeugin hat angegeben, der 77-Jährige hätte nicht auf ihre Hinweise reagiert. Sie habe den Mann angesprochen und deutlich gemacht, dass die Leute sich erschrecken würden, wenn er mit einem Gewehr über den Friedhof läuft. Kommentarlos, nur mit einer Handbewegung, habe er die Frau vertröstet.

Anonymer Hinweisgeber wirft Fragen auf

Ein anonymer Hinweisgeber hatte sich an den WDR gewandt und weitere Details zum Vorfall geschildert. Demnach habe der Rentner auf dem Boden gekniet, als die Schüsse fielen. Die Obduktion habe darauf keine Hinweise ergeben, heißt es von der Staatsanwaltschaft. Dennoch würden die anonymen Hinweise geprüft.

Einige der beteiligten Polizisten seien aber noch nicht aussagefähig und würden ärztlich betreut. Polizei und Staatsanwaltschaft schildern das Geschehen derzeit so: Zwei Polizisten sprechen den Mann an. Daraufhin soll es zu einer "Bedrohungssituation" gekommen sein, bei der auf den bewaffneten Mann geschossen wurde. Der Jäger habe aber nicht geschossen. Zum genauen Ablauf des Geschehens wollen die Behörden aber noch keine Auskunft geben. Aus "ermittlungstaktischen Gründen", wie es heißt.

Eine Polizistin habe die stark blutende Wunde an der Schulter behandelt, später hätten Rettungssanitäter die Versorgung übernommen. Der 77-Jährige verstarb zwei Tage später im Krankenhaus.

Mann stirbt nach Schüssen durch Polizei

00:38 Min.

Stand: 30.04.2019, 10:27