Ruhrgebiets-Städte impfen in sozialen Brennpunkten

Symbolbild: Corona-Impfung

Ruhrgebiets-Städte impfen in sozialen Brennpunkten

Die Corona-Inzidenzen sind in sozial benachteiligten Stadtteilen häufig besonders hoch - so auch in Mülheim-Styrum. Deswegen läuft dort seit Freitag eine Sonder-Impfaktion.

Die Aktion wurde von einem Hausarzt organisiert. Freitag und Samstag sollen 1.000 Menschen geimpft werden, die sich vorher angemeldet haben. Zeitweise lag die Inzidenz in Mülheim-Styrum bei über 400.

Armin Laschet vor blauem Hintergrund mit CDU-Logo

Mit der Aktion kommt die Stadt den Aussagen von Nordrhein-Westfalens Ministerpräsident Armin Laschet (CDU) nach. Aufgrund hoher Corona-Infektionszahlen hatte NRWs Ministerpräsident Schwerpunktaktionen für soziale Brennpunkte angekündigt. "Da wo Menschen in beengteren Wohnverhältnissen leben, ist die Gefahr sich anzustecken größer als bei jemandem, der in einem großzügig angelegten Einfamilienhaus wohnt", so Laschet.

Große Impfaktion auch in Essen

Auch die Stadt Essen hat in dieser Woche deswegen eine mobile Impfaktion für rund 700 Wohnungslose und 400 Flüchtlinge aus den Asylunterkünften gestartet. Seit Tagen sind bereits Streetworker der Bahnhofsmission im Einsatz und sprechen Wohnungslose in Essen an. Dabei werden sie über Details der Impfung aufgeklärt.

Im Laufe dieser Woche sollten die ersten Wohnungslosen in den Räumen der Wohlfahrtsverbände geimpft werden. Sie bekommen laut Stadt den Impfstoff von Johnson & Johnson. Das habe den Vorteil, dass er nur einmal gespritzt werden muss. Der Impfstoff, den die Stadt Essen dafür bereithält, reicht für 2.000 Menschen.

Aufklärung über Impfung

Auch Impfsprechstunden für die rund 400 Flüchtlinge gibt es. Viele haben offenbar Vorbehalte. So denken offenbar einige, dass in den Impfdosen auch Schweinefleisch enthalten sei. Bei den mobilen Impfteams der Stadt sind auch arabisch sprechende Ärzte mit dabei, um Flüchtlinge in ihrer Heimatsprache aufzuklären.

Verschiedenste Aktionen in weiteren Städten

Städte wie beispielsweise Herne haben sich ebenfalls etwas einfallen lassen. Laut eines Stadtsprechers werde in Herne seit dieser Woche über Lautsprecher in acht Sprachen dazu aufgefordert, sich impfen zu lassen.

Auch in Köln tut sich bereits etwas. Schon jetzt ist ein Impfbus in verschiedenen Flüchtlingsunterkünften unterwegs. Zudem hat die Stadt Köln die Reihenfolge der Impfpriorisierung aufgehoben. Damit ist der Weg für eine besondere Impfstrategie in Stadtteilen mit besonders hoher Inzidenz frei. Sobald die Impfdosen da sind, soll ab nächster Woche die Impfaktion möglicherweise mit Hilfe eines Busses beginnen.

Stand: 07.05.2021, 13:38