30 Pizzen täglich: Mobbing in Dortmund

30 Pizzen täglich: Mobbing in Dortmund

  • Dortmunder Anwalt wird gemobbt
  • Unbekannter bestellt Pizzen unter seinem Namen
  • bis zu 30 Bestellungen täglich

Der Rechtsanwalt Guido Grolle aus Dortmund wird von einem Unbekannten gemobbt. Er bekommt täglich 30 Pizzen geliefert - bestellt unter seinem Namen über diverse Internetplattformen. Diese Essensbestellungen bekommt er schon seit einigen Wochen entweder direkt geliefert oder telefonisch angekündigt.

Grolle lässt mittlerweile seine E-Mails durch extra eingerichtete Filter laufen und hat sein Diensthandy stillgelegt, um nicht ständig gestört zu werden.

Schaden bei Vertragspartnern

Pizza Geschmacksprobe

Für die Betreiber der Internetplattformen, über die die Bestellungen erfolgen, ist das kein großes Problem. Die Lieferanten der Pizzen aber bleiben auf den Kosten der Bestellungen sitzen. Diese kleinen Dortmunder Pizzabäcker als Dienstleister der Internetplattformen sehen keinen Cent.

Polizei ermittelt wegen Mobbing

Es wird aber nicht wegen Betrugs ermittelt, denn der Täter bereichert sich nicht materiell. Deshalb stützt sich die Polizei auf den Mobbing-Paragraphen StGB 238. "Mit Freiheitsstrafe bis zu drei Jahren oder mit Geldstrafe wird bestraft, wer einer anderen Person in einer Weise unbefugt nachstellt, die geeignet ist, deren Lebensgestaltung schwerwiegend zu beeinträchtigen, indem er beharrlich Bestellungen von Waren oder Dienstleistungen für sie aufgibt."

Um den Täter ausfindig machen zu können, müssten die Internetportale die IP-Adressen der Besteller nennen. Die Ermittlungen dazu in diesem Fall laufen noch.

Stand: 09.02.2018, 18:40