120 Frauen auf illegalem Straßenstrich - Ursache: Drogensucht

120 Frauen auf illegalem Straßenstrich - Ursache: Drogensucht

Von Dirk Planert

  • Polizei und Ordnungsamt reagieren mit Strafanzeigen
  • Ursache ist oft Drogensucht
  • Mitternachtsmission hilft bei Ausstieg

Auf dem illegalen Straßenstrich in der Nordstadt arbeiten mindestens 120 Frauen. So viele wurden im vergangenen Jahr von der Mitternachtsmission betreut. Die meisten seien drogenabhängig, sagten die Streetworkerinnen der Dortmunder Mitternachtsmission am Dienstag (22.01.2019) auf WDR-Anfrage. Drei Mal täglich drehen sie auf den Nebenstraßen der Nordstadt ihre Runden und bieten Hilfe an. Sie kümmern sich dann um Therapieplätze, Wohnungen und helfen bei Behördengängen. Etwa fünf Prostituierte pro Jahr schaffen so den Ausstieg.

150 Anzeigen gegen Prostituierte und Freier

Die Dortmunder Polizei und das Ordnungsamt versuchen mit Druck gegenzusteuern: Vergangenes Jahr wurden allein vom Ordnungsamt 150 Strafanzeigen gegen Prostituierte und Freier erstattet. Das Mindestbußgeld beträgt 200 Euro, im Wiederholungsfall werden 500 Euro fällig. Prostituierte, die regelmäßig wegen Ausübung illegaler Prostitution angezeigt werden, können für bis zu sechs Monate in Haft kommen.

Früher 700 Prostituierte

Bevor der offizielle Straßenstrich 2011 verboten wurde, standen bis zu 700 Prostituierte an der Ravensberger Straße. Der illegale Strich hat sich nun auf Nebenstraßen verlagert. Der "Freiersuchverkehr" kommt nach wie vor aus der ganzen Region. Autos mit Kennzeichen aus Unna, Bochum oder dem Märkischen Kreis kreisen durch die Straßen. 95 Pkw sind 2018 vom Ordnungsamt erfasst worden. Der Bußgeldbescheid landet dann zu Hause im Briefkasten.

Stand: 23.01.2019, 07:08

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