Verfahren gegen Halterner Geflügelzüchter

Mumifizierte Tierkadaver liegen zwischen lebenden Hühnern im Stall

Verfahren gegen Halterner Geflügelzüchter

  • Verfahren gegen Halterner Geflügelzüchter
  • Tote Tiere lagen lange im Stall
  • Züchter gelobt Besserung

Mumifizierte Huhnkadaver liegen zwischen lebenden Hühnern in einem Legehennenstall in Haltern. Das Veterinäramt des Kreises Recklinghausen hat deswegen ein Ordnungswidrigkeitsverfahren gegen den Züchter eingeleitet. Der Hinweis hierzu kam von Tierschützern, sie erstatteten Anzeige.

Tote Tiere müssen täglich entfernt werden

Das Videomaterial des Vereins "Tierretter" aus Münster zeigt verendete Tiere, die schon länger zwischen ihren noch lebenden Artgenossen liegen. Dass Hühner sterben, ist laut des Landwirtschaftlichen Kreisverbandes Recklinghausen normal. Allerdings müssten die Ställe täglich kontrolliert und tote Tiere entfernt werden, so Friedrich Steinmann, Vorsitzender des Verbands.

Züchter begründet Zustand mit Grippewelle

Das ist in Haltern offenbar länger nicht passiert. Der Züchter begründet das mit einem grippe-bedingten Personalengpass und gelobt Besserung. Nach Angaben des Landwirtschaftsverbands werden insgesamt rund 4.500 Legehennen in dem Halterner Stall gehalten.

Das Veterinäramt hat den Betrieb mehrfach kontrolliert, auch unangemeldet. Bei der jüngsten Kontrolle fand sie den Stall in einem guten Zustand vor.

Ordnungswidrigkeitsverfahren eingeleitet

Insgesamt würden die vorgefundenen Haltungsbedingungen nicht gegen das Tierschutzgesetz verstoßen, sagte eine Sprecherin der Behörde. Wegen der zwischenzeitlich nicht entfernten toten Tiere hat sie aber ein Ordnungswidrigkeitsverfahren eingeleitet.

Nicht alle Experten teilen die Einschätzung der Behörde. Der ehemalige Steinfurter Kreisveterinär Karl Fikuart etwa sieht durchaus Anzeichen dafür, dass in diesem Fall Straftatbestände erfüllt sind. Die zuständige Staatsanwaltschaft äußerte sich am Dienstag (03.04.2018) nicht zum Stand des Ermittlungsverfahrens.

Stand: 03.04.2018, 20:00