Missbrauchsstudie: Betroffene ziehen vor den Essener Dom

Stand: 21.01.2022, 19:04 Uhr

Sie wollen damit ein Zeichen setzen und auf die Verantwortung des Bistums hinweisen. Betroffene von sexuellem Missbrauch in der katholischen Kirche sind heute vor den Essener Dom gezogen.

Zu den Betroffenen haben sich auch mehrere Initiativen gesellt. Rund 50 Menschen protestierten gegen den Missbrauch in der katholischen Kirche und die schleppende Aufklärung der Fälle. "Wir sind hier, wir sind laut", riefen die Demonstranten vor dem Dom.

Kerzen vor dem Essener Dom im Gedenken an die Missbrauchsopfer | Bildquelle: WDR/ Olaf Biernat

Mit Beginn der Dämmerung haben sie außerdem Kerzen angezündet. Im Gedenken an alle Menschen, die von Geistlichen missbraucht wurden. Initiiert wurde die Aktion von Markus Elstner aus Bottrop. Als Kind wurde er von dem Geistlichen Peter H. missbraucht. Er fordert eine Bestrafung der Täter und Mitwisser.

Ruhrbischof fordert Konsequenzen

Auch Ruhrbischof Franz-Josef Overbeck ist zum Protest gekommen und hat Stellung bezogen. Er forderte konkrete Konsequenzen aus dem Münchner Gutachten zum Missbrauch in der katholischen Kirche. Er werde aber nicht zurücktreten, sondern aufklären: "Daher gilt für mich: dass ich die Verantwortung, diesen Weg weiterzugehen trage und weitertragen werde und deutlich mache, dass das, was wir jetzt schon seit 10 oder 11 Jahren  auf den Weg gebracht haben, weiterhin genauso konsequent umsetzen", sagte er gegenüber dem WDR.