Preisabsprachen: Millionen-Bußgelder gegen Stahlhersteller

Eingangsbereich von Thyssen-Krupp-Steel in Bochum

Preisabsprachen: Millionen-Bußgelder gegen Stahlhersteller

  • 646 Millionen Euro Bußgeld wegen Preisabsprachen
  • Thyssen-Krupp Steel soll 370 Millionen zahlen
  • Bußgelder noch nicht rechtskräftig

Wegen illegaler Preisabsprachen hat das Bundeskartellamt, wie es am Donnerstag (12.12.2020) mitteilte, Bußgelder in Höhe von insgesamt rund 646 Millionen Euro gegen mehrere Stahlhersteller verhängt.

Thyssen-Krupp-Steel Europe soll sich zwischen 2002 und 2016 mit der Ilsenburger Grobblech GmbH und der Voestalpine Grobblech GmbH über Aufpreise und Zuschläge für sogenannte Quartobleche in Deutschland verständigt haben. Damit hätten sie gegen Kartellrecht verstoßen, so das Bundeskartellamt.

Die Thyssen-Krupp Steel Europe AG mit Sitz in Duisburg soll nach einem Bericht der Nachrichtenagentur Reuters 370 Millionen Euro zahlen. Das Unternehmen habe diese Zahl bestätigt. Der Konzern hatte dem Bericht zufolge bereits Rückstellungen in dieser Höhe gebildet.

Absprachen bei Aufpreisen und Zuschlägen

Ziel sei es gewesen, mit den Kunden "möglichst nur über die Basispreise" zu verhandeln. Bei den Aufpreisen und Zuschlägen – etwa für besonders feste Bleche oder für bestimmte Zusatzleistungen wie Ultraschallprüfungen – hätten sich die Unternehmen abgesprochen. Sie machten traditionell, laut Bundeskartellamt, bis zu 25 Prozent des Gesamtpreises aus.

Unternehmen räumen Vorwürfe ein

Laut Bundeskartellamt haben die Unternehmen die "gegen sie jeweils erhobenen Vorwürfe eingeräumt und einer einvernehmlichen Verfahrensbeendigung zugestimmt." Dies habe man bei der Festsetzung der Bußgelder berücksichtigt. Die verhängten Gelder seien noch nicht rechtskräftig.

Thyssen-Krupp: "Neue Führung muss sich beweisen"

WDR 5 Morgenecho - Interview 05.12.2019 05:17 Min. Verfügbar bis 04.12.2020 WDR 5

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An den Preisabsprachen war nach Angaben des Bundeskartellamtes ein weiteres Unternehmen beteiligt. Die Dillinger Hüttenwerke hätten allerdings, "als erstes Unternehmen mit dem Bundeskartellamt kooperiert und hierfür einen vollständigen Erlass der Geldbuße erhalten."

Quartobleche sind Flachstahlerzeugnisse, die unter anderem im Brückenbau, Hochbau, Schiffsbau und beim Bau von Windtürmen und Pipelines und in der Offshore-Industrie zum Einsatz kommen.

Stand: 12.12.2019, 14:58

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