Bochumer Studierende wollen Schnabeltier-Milch erzeugen

Studierende erzeugen Milch aus Schnabeltiergenen

Bochumer Studierende wollen Schnabeltier-Milch erzeugen

Von Dirk Groß-Langenhoff

Spannendes Projekt von Studierenden der Ruhr-Universität Bochum: Im Rahmen eines internationalen Wettbewerbes wollen sie Milch aus Schnabeltiergenen im Labor herstellen.

Luise Pinske, Julia Kolozsy, Lea Hellwig und Marius Schnutenhaus wollen den Milch-Markt revolutionieren. "Die Kuh war uns zu langweilig", sagt Lea Hellwig. "Wir hatten auch kurz über das Kamel nachgedacht, aber das Schnabeltier ist halt das coolste Säugetier."

Milch ist von Natur aus länger haltbar

Das Schnabeltier ist das einzige eierlegende Säugetier und lebt in Australien – meist im Wasser. Und seine Milch hat einen entscheidenden Vorteil. "Weil das Schnabeltier die Milch über die Schweißdrüsen abgibt, ist sie antibakteriell", erklärt Luise Pinske. "Das könnte uns die Pasteurisierung ersparen." Die Milch könnte also von sich aus länger haltbar sein.

Studierende erzeugen Milch aus Schnabeltiergenen

Ein Schnabeltier unter Wasser

Schnabeltiere werden zur Produktion der Milch nicht gebraucht. Die Studierenden haben für ihre Versuche sogenannte Primer im Internet bestellt – das sind die Gene des Schnabeltieres in Pulverform. Diese Gene werden im Labor in gentechnisch veränderte Hefe eingebracht. Und wenn die Milch des Schnabeltieres in der Hefe herangereift ist, wollen die Studierenden sie probieren.

Keine Ahnung wie Schnabeltier-Milch schmeckt

Noch wissen die jungen Forscher gar nicht, wie die Schnabeltier-Milch – auch im Vergleich zur Kuhmilch – überhaupt schmeckt. Die Bochumer Studierenden hoffen, dass sie mit ihrem Projekt zum Klimaschutz beitragen können. Denn durch die Kuhmilchproduktion entsteht viel CO2.

An dem Wettbewerb nehmen mehr als 350 Teams aus aller Welt teil. Am Ende kann aber nur eines die Goldmedaille gewinnen. Julia, Luise, Marius und Lea hoffen, dass es sie und ihre Schnabeltiergene sein werden.

Milch – Gefährlich, überbewertet oder alternativlos? Planet Wissen 27.04.2021 58:34 Min. UT Verfügbar bis 15.09.2025 WDR

Stand: 30.09.2021, 17:51