Vonovia: Bündnis gegen Nebenkostenabrechnungen

Vonovia: Bündnis gegen Nebenkostenabrechnungen

Mit einer bundesweiten Kampagne fordern 13 Mieterschutz-Organisationen nachvollziehbare Nebenkostenabrechnungen vom Wohnungskonzern Vonovia.

Am Donnerstag ist die bundesweite Kampagne VoNO!Via gestartet. Sie hat das Ziel, Mieter gegen Vonovia zu unterstützen. Der Vorwurf der Mietervereine lautet, dass der Konzern Gewinne mit zu hohen Nebenkostenabrechnungen macht. Das wäre verboten. Es gehe um 150 Millionen Euro pro Jahr.

Tochterfirmen treiben Kosten in die Höhe

Das VoNO!via-MieterInnenbündnis, der MieterInnenverein Witten, der Mieterverein Dortmund und das Mieterforum Ruhr werfen dem Konzern vor, dass sich Tochterfirmen gegenseitig Rechnungen ausstellen und so niemand nachvollziehen kann, was wirklich an Kosten angefallen ist. So beauftrage Vonovia für Reparatur- und Wartungsarbeiten immer seltener Fremdfirmen sondern immer öfter eigene Tochterfirmen. Das kritisieren die Mieterschützer, denn seitdem seien die Kosten für Mieter und Mieterinnen immer weiter gestiegen.

Wartungskosten in drei Jahren verfünffacht

Martin Grebe vom Mieterverein Dortmund nennt ein Beispiel aus einer Wohnanlage in Dortmund Hombruch. Im Jahr 2016 kostete die Wartung der Heizungsanlage dort 149,94 Euro. Drei Jahre später, 2019, übernahm ein Tochterunternehmen der Vonovia diese Arbeiten. Die Kosten für die Wartung derselben Heizungsanlage lagen laut Mieterverein nun bei 780,96 Euro. Vonovia habe das mit einem Mehraufwand begründet. Aber davon hätten die Mieter nichts gemerkt. Und das sei kein Einzelfall, meint Martin Grebe vom Mieterverein Dortmund. "Sobald Vonovia die Aufträge übernimmt, kommen immer mehr Wartungskosten dazu."

Vonovia bestreitet die Vorwürfe

Das MieterInnenbündnis hatte sich schon Ende Februar in einem ausführlichen Offenen Brief an den Vorstand der Vonovia gewandt. Eine Antwort stehe bis heute aus, sagen die Mieterschützer. Mit der bundesweiten Kampagne will das Bündnis Mietern Hilfestellung bieten, gegen den Konzern vorzugehen. Die Mieterschützer raten allen Mietern, ihre Abrechnungen genau zu überprüfen und bei Unklarheiten Widerspruch einzulegen. Vonovia bestreitet die Vorwürfe, es gebe keine systematisch falschen Abrechnungen.

Stand: 21.10.2021, 17:13