Sicherheitspersonal in einem Freibad (Symbolbild)

Nach Vorfällen: Sicherheitspersonal verstärkt Freibäder in Bochum

Stand: 21.06.2022, 19:06 Uhr

Am Wochenende waren nicht nur die Temperaturen hoch, sondern wohl auch die Gemüter in den Freibädern erhitzt. In Bochum zieht man nach Randalen jetzt erste Konsequenzen.

Es ist ein ruhiger Dienstagnachmittag im Bochumer Hallenfreibad Hofstede. Ein paar wenige Badegäste sind im Wasser. Zwei Schwimmmeister, die gerade Aufsicht haben, sitzen entspannt auf Plastikstühle und wachen über den Betrieb. Badleiter Michael Rump dreht seine Runde durch die Anlage, die mitten in einem Wohngebiet liegt. Von der Aufregung am Wochenende ist nichts mehr zu merken.

Jugendliche gingen auf Badegäste und Personal los

Michael Rump, Leiter des Freibades Bochum-Hofstede - mit Schwimmbecken im Hintergrund

Der Bochumer Badleiter Michael Rump

"Da waren fünfzehn bis zwanzig Jugendliche, die hier einfach ins Wasser reingesprungen sind. Da wo Bahnen abgeteilt waren, wo Leute ihre Bahnen geschwommen sind", berichtet Michael Rump. Absperrhütchen am Rand hätten die Jugendlichen einfach ins Wasser geschmissen und seien den Leuten im Becken fast auf den Kopf gesprungen. Im Wasser hätten sie einigen Badegästen noch die Schwimmnudeln weggenommen und damit geschlagen. "Gefährlich und unmöglich", so der Bad-Chef.

Ein Schwimmeister habe einschreiten wollen, sei dann aber von den aggressiven Jugendlichen so bedrängt worden, dass sie ihn fast ins Wasser gestoßen hätten. Eine Kollegin hätte schließlich die Polizei gerufen. Kurz darauf seien sechs Streifenbeamte ins Freibad gekommen. "Aber da hatten sich die Jugendlichen schon verflüchtigt in der Menge", so Rump. Am heißen Samstag seien über 1.500 Besucher dagewesen.

Prügelei auf Sprungturm, Massenschlägerei im Freibad

Zahlreiche Badegäste sind im Stadionbad in Köln.

Am Wochenende war es in vielen NRW-Freibädern voll.

Kein Einzelfall am Wochenende: In einem Gelsenkirchener Freibad wurde am selben Tag ein Mann auf einem Sprungturm von Unbekannten geschlagen und verletzt. Dieser hatte die Gruppe zur Rede stellen wollen, nachdem sie sich vorgedrängelt hatten. Völlig eskaliert war die Situation am Wochenende in Berlin, als mehr als hundert Personen nach einem Streit eine Massenschlägerei anfingen.

"Man merkt praktisch die Aggressivität der Leute. Die Gewaltbereitschaft wird höher. Die Hemmschwelle ist fast weg. Der Respekt geht verloren", schätzt Michael Rump die Lage ein. Vor Corona habe man das bereits beobachtet. Jetzt, wo es kaum noch Pandemie bedingte Einschränkungen gibt, käme es langsam wieder. "Wir wollen da schnell reagieren, um unsere Leute und auch die Badegäste zu schützen", sagt Rump.

Security kommt bald zum Einsatz

Darum soll im Hallenfreibad Hofstede und anderen Bochumer Freibädern jetzt ein Sicherheitsdienst eingesetzt werden. Security-Leute sollen dann an besonders stark besuchten Tagen das Personal im Bad unterstützen. Auch mit der Polizei will man stärker im Kontakt stehen. Eigentlich schade, dass so etwas nötig sei an einem Ort, wo man eigentlich den Sommer genießen sollte, findet der Badleiter. Den Schritt hält er aber für nötig.

Zwei junge Frauen, die gerade ihre Bahnen geschwommen sind, stimmen dem zu. Man merke an gut besuchten Tagen, dass es immer wieder aggressive Besucher gebe. Security-Personal im Freibad würde da schon ein Gefühl von Sicherheit geben. Die ersten Einsätze könnten schon bald anstehen: Die Schulferien gehen am Wochenende los. Und es wird wieder warm.

Über dieses Thema haben wir am Dienstag, 21.06.2022, im Radio in der Lokalzeit von Rhein und Ruhr berichtet.

Das Freibad ist doch ein Zauberort

WDR 4 Zur Sache 02.05.2022 01:55 Min. Verfügbar bis 02.05.2023 WDR 4 Von Ferdinand Quante


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