Dortmunder Polizei setzt auf "strategische Fahndung"

Blaulicht

Dortmunder Polizei setzt auf "strategische Fahndung"

  • Polizei zieht Konsequenzen aus Massenschlägerei
  • Kontrolle von Personen auch ohne konkreten Verdacht
  • Datenschützer kritisieren "strategische Fahndung"

Aus der Massenschlägerei am Pfingstmontag in der Dortmunder Nordstadt zieht die Polizei Konsequenzen. Sie will in den nächsten Wochen Personen auch ohne Verdacht kontrollieren. Besonnen und zielgerichtet will die Dortmunder Polizei bei den Personenkontrollen vorgehen.

Die Beamten dürfen etwa die Identität feststellen und in Taschen und Kofferräume gucken. Ein Richter muss dem nicht zustimmen. Die Polizei will so den Druck auf Kriminelle wie Dealer, Bandenmitglieder und Gewalttäter erhöhen. Rund 80 Menschen waren vergangenen Montag mit Stuhlbeinen, Holzlatten und Molotowcocktails aufeinander losgegangen.

Bürger begrüssen stärkere Kontrollen

Keine Mutter mit Kind müsse befürchten, dass nun grundlos die Handtasche durchsucht werde, so der Chef des Polizei-Leitungsstabes Paul Albers. Der Druck auf Dealer, Banden und Gewalttäter soll erhöht werden. "Viele Bürger der Dortmunder Nordstadt sind für diese Kontrollen", betont Bezirksbürgermeister Ludwig Jörder, SPD. Bürgerrechte sieht der Kommunalpolitiker dadurch nicht in Gefahr.

Zufällig befragte Anwohnern und Geschäftsleute am Nordmarkt begrüssen die Polizei-Maßnahmen. "Wir sehen hier Drogenhandel am hellichten Tag und wenn die Polizei die Kontrollen für wichtig hält, wird das schon richtig sein", sagt Annemarie Dahlmann. Sie betreibt mit ihrer Familie seit mehr als 40 Jahren eine Bäckerei.

"Die Menschen in Dortmund können darauf vertrauen, dass die Polizei sämtliche verfügbaren Instrumente nutzen wird, um die Sicherheit für Bürgerinnen und Bürger in der Nordstadt weiter zu verbessern", sagte der Dortmunder Polizeipräsident Gregor Lange. Die Polizei nutzt dafür die "strategische Fahndung", ein Instrument aus dem neuen nordrhein-westfälischen Polizeigesetz.

Kritik von Datenschützern

Datenschützer kritisieren die strategische Fahndung, weil durch sie auch viele unschuldige Menschen kontrolliert würden. In Dortmund war die Polizei mit der strategischen Fahndung bereits Anfang des Jahres gegen potentielle Einbrecher vorgegangen.

Stand: 13.06.2019, 21:35

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