Gutscheine für FFP2-Masken gehen auch an Kinder

Zwei FFP2-Masken neben einem Berechtigungsschein

Gutscheine für FFP2-Masken gehen auch an Kinder

Krankenkassen verschicken zur Zeit Berechtigungsscheine für FFP2-Masken an Über-60-Jährige und Risikopatientinnen und -Patienten. Teilweise erreichen Gutscheine aber auch Kinder - zur Überraschung der Eltern.

"Lieber Herr S.“. Herr S., an den sich der von der Krankenkasse verschickte Brief der Bundesregierung richtet, ist der neunjährige Kurt aus Köln. Auch der fünfjährige Matti hat ein solches Schreiben bekommen. Beigelegt sind Berechtigungsscheine für FFP2-Masken, die die Jungen in der Apotheke abholen können: Pro Person zwölf Masken mit einer Eigenbeteiligung von insgesamt vier Euro.

Die Bundesregierung schenkt den beiden die Masken, weil bei ihnen "ein erhöhtes Risiko für einen schweren Verlauf" besteht. Nur: Die Eltern von Kurt und Matti können sich das nicht erklären, ihre Kinder sind aus ihrer Sicht keine Risikopatienten.

Entscheidend sind Diagnosen der Ärzte

Die Krankenkassen greifen auf ihre Versichertendaten zurück, in denen Diagnosen und Behandlungen der Ärztinnen und Ärzte vermerkt sind. Über-60-Jährige und Risikopatienten bekommen die Gutscheine. "Es können durchaus darunter auch Personen sein, denen eine mögliche Diagnose des Arztes gar nicht bekannt ist", erklärt Sigrid Averesch-Tietz vom Verband der Ersatzkassen die Gutscheine für vermeintlich Gesunde.

Kostenlose FFP2-Masken für Hartz-IV-Empfänger phoenix vor ort 28.01.2021 27:58 Min. Verfügbar bis 28.01.2026 Phoenix

Nach Angaben der AOK Nordwest fallen über 1.000 Diagnosen in die Risiko-Kategorie. Zu den Risikofaktoren gehören demnach unter anderem chronische Lungen- oder Herzerkrankungen, Demenz, Krebserkrankungen und Risikoschwangerschaften – das seien aber nur Obergruppen. Zahlreiche Untergruppen kämen dazu. Entscheidend sind laut AOK die Daten, die bei Arztterminen zwischen dem 1. Juli 2019 und dem 30. Juni 2020 angefallen sind. In Einzelfällen könne es beim Verschicken der Berechtigungsscheine aber auch Fehler gegeben haben.

Bis Anfang Februar sollen Gutscheine verschickt werden

Teilweise müssen sich Patientinnen und Patienten aber auch aktiv um die Gutscheine bemühen. Eine Frau mit einer Risikoschwangerschaft berichtet, sie habe ihre Krankenkasse dafür angerufen. Außerdem verzögert sich das Verschicken manchmal, weil die Berechtigungsscheine in der Bundesdruckerei hergestellt werden und sich die Auslieferung bis in das neue Jahr verzögert hat, heißt es von der AOK. "Bisher ist es so, dass wir 20 Prozent der Kunden noch haben, die auf Post warten“, berichtet Apothekerin Claudia Fuß aus Grevenbroich. Insgesamt 27 Millionen Scheine sollen bis Anfang Februar von den Krankenkassen verschickt werden.

Stand: 29.01.2021, 12:30

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