"Ich bin Zeuge und auch Aufdecker eines vermutlichen Verbrechens"

Martin Porwoll hat den Apothekenskandal aufgedeckt

"Ich bin Zeuge und auch Aufdecker eines vermutlichen Verbrechens"

Martin Porwoll hat den Bottroper Apothekerskandal mit aufgedeckt. Dafür hat er am Freitag (01.12.2017) den "Whistleblower-Preis 2017" verliehen bekommen. Das Aufdecken war auch mit Nachteilen verbunden.

Eigentlich war er als Volkswirt in der "Alten Apotheke" in Bottrop tätig, jetzt ist Martin Porwoll als Whistleblower bekannt und ausgezeichnet. Er hat den Skandal um gepanschte Krebsmedikamente in der Apotheke aufgedeckt.

Innerhalb eines Jahres hat sich sein Leben verändert: "Ich bin Zeuge und auch Aufdecker eines vermutlichen Verbrechens geworden und habe meinen Beitrag dazu geleistet, dass es jetzt zu dem Verfahren gekommen ist", sagt der gebürtige Bottroper.

Porwolls Heureka-Moment

Martin Porwoll bezeichnet das Aufdecken des Skandals als "Heureka-Moment": "Wenn man aus dem Verdacht so viel untermauern kann, dass man sagen kann, das ist jetzt anzeigewürdig - das ist schon ein Moment, wo man denkt: Ja!".

Seinen Verdacht hat er der Polizei gemeldet. Zunächst handelte er allein, dann wurde er von seiner Kollegin Maria-Elisabeth Klein unterstützt. Sie war als Pharmazeutisch-Technische Assistentin in der Apotheke tätig, in der die Medikamente gepanscht worden sein sollen. Klein hat den Ermittlern einen Rückläuferbeutel zur Verfügung gestellt - wichtige Beweismittel.

Fristlose Kündigung

Die Untersuchung hat ergeben, dass im Beutelinhalt kein Wirkstoff enthalten war. Diese Ermittlungsfortschritte waren jedoch nicht ohne Nachspiel. Porwoll und Klein wurden fristlos gekündigt.

Trotzdem bereut Porwoll seine Entscheidung nicht: "Es reicht nicht nur den Stein ins Rollen zu bringen. Aus der Aufdeckung werden auch politische Konsequenzen gezogen. Dafür ist man selbst verantwortlich". Für seinen Mut ist er mit Maria-Elisabeth Klein am Freitag (01.12.2017) mit dem "Whisteblower-Preis" ausgezeichnet worden.

Stand: 01.12.2017, 13:45