Dortmunder Marco Bülow hat die SPD verlassen

Dortmunder Abgeordneter tritt aus der SPD aus WDR aktuell 27.11.2018 01:51 Min. Verfügbar bis 27.11.2019 WDR

Dortmunder Marco Bülow hat die SPD verlassen

  • Dortmunder Direktkandidat aus SPD ausgetreten
  • Sein Mandat will er als Parteiloser behalten
  • Dortmunder Genossen zeigen sich offen empört

Der Dortmunder Bundestagsabgeordnete Marco Bülow ist am Dienstag (27.11.2018) nach 26 Jahren Mitgliedschaft aus der SPD ausgetreten. Seinen Sitz im Bundestag will er aber behalten - und auch als Parteiloser bei der nächsten Bundestagswahl antreten.

"Ich war und ich bin und ich bleibe engagierter Sozialdemokrat - wenn auch jetzt außerhalb der SPD", erklärte der 47-Jährige am Dienstag in Berlin. "Die Sehnsucht nach einer klaren, sozialen Alternative ist groß, aber die SPD steht leider nicht mehr dafür." Die zugesagte Erneuerung der Partei in der Großen Koalition sei zu einem "absoluten Lippenbekenntnis" verkommen.

Dieses Element beinhaltet Daten von Twitter. Sie können die Einbettung auf unserer Datenschutzseite deaktivieren.

"Alle Vorschläge verpufft"

Bülow war schon seit Längerem einer der schärfsten Kritiker der SPD-Bundesvorsitzenden Andrea Nahles. Schon lange finde er den Kurs der SPD "problematisch", sagte Bülow im Interview mit der Aktuellen Stunde. Die Parteispitze sei nicht bereit, umzuschwenken, trotz desaströser Ergebnisse und obwohl die Menschen das Vertrauen verloren hätten. "Ich habe lange dafür gekämpft, dass es anders kommt", sagte Bülow, doch alle Vorschläge seien "verpufft".

Im Sommer hatte er sich offen zur linken Sammlungsbewegung "Aufstehen" bekannt, die von Linksfraktionschefin Sahra Wagenknecht ins Leben gerufen wurde. Nach den verheerenden Wahlergebnissen bei den Landtagswahlen in Hessen und Bayern forderte er den Rücktritt der gesamten Parteispitze und einen radikalen Neustart. Der "fehlende Aufstand" der SPD war nun offenbar der Anlass für seinen Parteiaustritt.

Dortmunder Genossen bitter enttäuscht

Der SPD-Unterbezirk Dortmund reagierte mit unverhohlener Empörung: Sie sei "persönlich enttäuscht" von Marco Bülow, sagte Bezirksvorsitzende Nadja Lüders, die auch Generalsekretärin des SPD-Landesverbands ist, auf WDR-Nachfrage. "Ich hatte immer gedacht, er will was in der Partei bewegen. Das hat sich leider ins Gegenteil verkehrt." In Dortmund, fügte Lüders bitter an, habe Marco Bülow "schon länger nicht mehr stattgefunden".

Enttäuscht seien die Dortmunder Genossen auch darüber, dass Bülow sein Bundestagsmandat trotz Parteiaustritts nicht zurückgeben will. Die Genossen hätten ihn "nominiert und im Wahlkampf getragen", jetzt müsse Bülow "die Konsequenz, die er auf der einen Seite zeigt, auch auf der anderen Seite zeigen" und das Mandat zurückgeben.

Marc Bülow tritt aus der SPD aus 00:24 Min. Verfügbar bis 27.11.2019

Stand: 27.11.2018, 15:30

Weitere Themen