Mutmaßlicher Vergewaltiger einer 13-Jährigen offenbar Wiederholungstäter

Ein Mann wird in Handschellen abgeführt.

Mutmaßlicher Vergewaltiger einer 13-Jährigen offenbar Wiederholungstäter

  • Mädchen in Dortmund in Hausflur gelockt und vergewaltigt
  • Mutmaßlicher Täter hat schon für anderes Vergehen in U-Haft gesessen
  • Staatsanwaltschaft Dortmund ermittelt
  • Integrationsminister Stamp für Abschiebung nach Verurteilung

Die Staatsanwaltschaft Dortmund hat sich am Donnerstag (30.07.2020) zum Fall des mutmaßlich zweifachen Vergewaltigers geäußert. Dem Mann wird vorgeworfen, in den vergangenen Wochen eine elf- und eine 13-Jährige vergewaltigt zu haben. Nach der mutmaßlichen ersten Tat kam der Verdächtige aus der Untersuchungshaft frei.

Staatsanwaltschaft: Voraussetzungen für U-Haft waren bei der ersten Tat nicht gegeben

Der Leitende Oberstaatsanwalt Volker Schmerfeld-Tophof zur juristischen Vorgehensweise: "Wir brauchen einen dringenden Tatverdacht und wir brauchen einen Haftgrund, ob Fluchtgefahr wie zuerst angenommen oder Wiederholungsgefahr. Aber für Wiederholungsgefahr brauchen Sie tatsächliche Umstände, die auf keinen Fall vorgelegen haben. Aber da es keinerlei Hinweise auf überhaupt irgendwelche Sexualdelikte gegeben hat, sind die Voraussetzungen nicht gegeben gewesen."

Der Mann habe zwar Vorstrafen gehabt, aber keine im sexuellen Bereich, sondern geringe Geldstrafen im Zusammenhang mit dem Besitz von Betäubungsmitteln oder einer Beförderugserschleichung.

Vorwurf: 13-Jährige in Hausflur vergewaltigt

Der 23-Jährige soll am Freitagnachmittag (24.07.2020) ein 13-jähriges Mädchen in der Dortmunder Nordstadt in einen Hausflur gelockt und dort vergewaltigt haben. Anschließend sei er geflohen. Fünf Wochen vorher soll er bereits ein elfjähriges Mädchen auf ähnliche Weise angelockt und vergewaltigt haben.

Der Täter müsse nun verurteilt und nach der Haft abgeschoben werden, sagte Joachim Stamp, Minister für Kinder, Familie, Flüchtlinge und Integration in NRW, der "Bild"-Zeitung. Auf WDR-Anfrage bestätigte eine Sprecherin des Landesministeriums die Aussage.

Täter saß bereits in U-Haft

Nach seiner ersten Tat saß der 23-Jährige zwölf Tage in Untersuchungshaft, kam dann aber wieder frei. Weil der Afghane einen festen Wohnsitz hat und eine befristete Aufenthaltsgenehmigung besitzt, sahen Staatsanwaltschaft und Gericht damals keine Fluchtgefahr und keine Wiederholungsgefahr.

Schriftlich erklärten die Ermittler am Mittwoch (29.07.2020): "In dem Haftprüfungstermin [...] traten Umstände zutage, die zum damaligen Zeitpunkt Zweifel an den Angaben des Tatopfers begründen konnten."

U-Haft nun bis zum Prozessbeginn

Das 13-jährige Mädchen konnte der Polizei den flüchtigen Täter sehr genau beschreiben. Das führte dazu, dass die Polizisten am Samstagmorgen gegen drei Uhr in der Nähe des Tatorts den 23-Jährigen festnahmen, auf den die Beschreibung passte. Seither sitzt er wieder in U-Haft. Dort soll er nun bis zum Prozessbeginn bleiben. Es bestehe Wiederholungsgefahr, so die Staatsanwaltschaft.

Stand: 30.07.2020, 17:47