Dortmunder Prozess: Mädchen gekauft und zur Prostitution gezwungen?

Dortmunder Prozess: Mädchen gekauft und zur Prostitution gezwungen?

Von Mathias Brenner

  • 54-jährige Frau vor Dortmunder Landgericht
  • Angeklagte soll Mutter die Tochter abgekauft haben
  • Minderjährige sagt aus, geschlagen worden zu sein

Eine 54-jährige Frau muss sich seit Dienstag (05.11.2019) vor dem Dortmunder Landgericht unter anderem wegen Menschenhandels und Zuhälterei verantworten.

Sie soll zusammen mit ihrem Ehemann in Bulgarien einer Mutter ihre minderjährige Tochter für 100 Euro abgekauft haben. Anschließend soll das 15-jährige Mädchen in Dortmund zur Prostitution gezwungen worden sein.

Mädchen soll geschlagen worden sein

Zu Prozessbeginn sagte das Opfer vor Gericht aus, dass sie ihre kompletten Einnahmen der Angeklagten und ihrem Mann überlassen musste. Als sie einmal versuchte, etwa 80 Euro für sich zu behalten, sei sie verprügelt worden, bis sie das Geld hergab. Außerdem habe das Mädchen laut Staatsanwaltschaft Kokain bekommen, um gefügiger zu sein.

Minderjährige sei weiterverkauft worden

Die Jugendliche soll anderthalb Jahre für die Frau und ihren Mann als Prostituierte gearbeitet haben. Laut Anklage wurde sie dann für 400 Euro an einen anderen Zuhälter weiterverkauft.

Die Angeklagte schwieg zu Prozessbeginn zu den Vorwürfen. Das Urteil soll Ende des Monats gesprochen werden. Ihr drohen bis zu 15 Jahre Haft. Der Ehemann der Angeklagten wurde bereits zu fast sechs Jahren Gefängnis verurteilt.

Mädchen zur Prostitution gezwungen WDR aktuell 05.11.2019 00:24 Min. Verfügbar bis 05.11.2020 WDR

Stand: 05.11.2019, 13:46