Machtwechsel im Aluwerk in Unna

Machtwechsel im Aluwerk in Unna

  • Hauptversammlung hat Abberufung beschlossen
  • Thomas Wiese war 18 Jahre treibende Kraft
  • Werk soll wieder in die Gewinnzone

Die Aktionäre des Aluminiumwerks haben dem langjährigen Vorstandschef Thomas Wiese am Donnerstag (10.01.2019) auf einer außerordentlichen Versammlung das Vertrauen entzogen. Hintergrund ist ein Streit zwischen Wiese und den Mehrheits-Eigentümern aus China. Die chinesische Zhongwang-Gruppe besitzt mehr als 99 Prozent der Anteile. Die Chinesen trauen Wiese nicht zu, die Firma wieder in die Gewinnzone zu führen.

Konflikt eskaliert

Der Konflikt war im Dezember 2018 eskaliert, als eine Zeitarbeitsfirma, die der Familie Wiese gehört, mehr als 100 Mitarbeiter aus dem Aluwerk abzog. Das sorgte für erhebliche Produktionsengpässe. Die betroffenen Leiharbeiter wurden mittlerweile regulär im Werk angestellt.

Aufstieg und Fall

Für Thomas Wiese, der seit Monaten schwer erkrankt ist, eine bittere Entwicklung. Als 16-jähriger Schlosser-Lehrling fing er im Werk an. 2000 rettete er die Firma vor der Pleite, indem er sie kurzerhand zusammen mit der Belegschaft übernahm.

Der Verkauf an Zhongwang im September 2017 war der vorläufige Höhepunkt dieser Erfolgsstory, die aber auch Schattenseiten hat. Nur wenige wussten, dass ein Drittel der Belegschaft über eine Leiharbeitsfirma beschäftigt war, die der Familie Wiese gehörte.

Wo bleiben die Investitionen?

Die im Oktober 2017 angekündigten Investitionen zur Erweiterung des Aluminium-Werks (190 Millionen Euro, 400 neue Jobs) haben nicht stattgefunden. Der Mutterkonzern Zhongwang hat bisher kein Geld dafür gegeben. Die bisherigen Planungen und Bauarbeiten hat das Werk in Unna auf eigene Faust und aus eigener Tasche gemacht.

Chinesen ziehen Reißleine

Die Folge: im laufenden Geschäft machte die bisherige "Ertragsperle" ALUnna 2018 unerwartet "Miese". Die chinesischen Eigentümer machen dafür wohl vor allem Thomas Wiese verantwortlich.

Stand: 10.01.2019, 19:24