Spielhallenbetreiber-Prozess in Hagen: Luxusautos versteigert

Razzia in Hagen

Spielhallenbetreiber-Prozess in Hagen: Luxusautos versteigert

  • Technik in Spielautomaten manipuliert
  • Vorwurf: 48 Millionen Euro Steuern hinterzogen
  • Luxusautos brachten knapp eine Million Euro

Das Finanzamt hat mehrere Luxus-Autos von Spielhallenbetreibern auf einer Online-Plattform öffentlich versteigert und dadurch knapp eine Million Euro erzielt. Im Angebot waren zum Beispiel ein Lamborghini mit 700 PS und ein mit Goldfolie verzierter Mercedes Benz. Bei einer Razzia waren sie beschlagnahmt worden.

Die bisherigen Besitzer stehen derzeit vor Gericht, weil sie Geldspielautomaten manipuliert haben sollen. Dabei sollen rund 48 Millionen Euro Steuern hinterzogen worden sein. Das Geld aus der Versteigerung fliesst jetzt in die Schuldentilgung.

Technik an Spielautomaten manipuliert

Die drei Spielhallenbetreiber müssen sich bereits seit Montag (27.05.2019) vor dem Hagener Landgericht verantworten. Sie haben Spielhallen in Hagen, Menden und Dortmund betrieben.

Die Angeklagten sollen die Technik in Spielautomaten manipuliert haben. Dadurch zeigten die Geräte auf den Abrechnungen weniger Umsätze an, als sie wirklich erzielt hatten. Diese Beträge sollen dann noch mit einer Spezial-Software geschönt worden sein. In zehn Jahren haben die Beschuldigten so laut Anklage 48 Millionen Euro an Steuern und Abgaben hinterzogen.

58 Verhandlungstage angesetzt

Die sieben Verteidiger stellten zunächst Anträge wegen angeblicher Formfehler der Wirtschaftsstrafkammer. Außerdem bestreiten sie, dass die Steuerschulden ihrer Mandanten so hoch liege.

Dies im Detail nachzuweisen wird aufwändig für die Hagener Wirtschafts-Strafkammer: Sie hat insgesamt 58 Verhandlungstage angesetzt – bis ins nächste Jahr hinein.

Stand: 12.06.2019, 16:15