Ludger Stratmann überraschend gestorben

Ludger Stratmann überraschend gestorben

Der Bottroper Arzt und Kabarettist Ludger Stratmann ist tot. Wie Familienangehörige dem WDR bestätigten, sei Stratmann plötzlich und unerwartet im Alter von 73 Jahren gestorben.

Als beliebter Mediziner hatte Ludger Stratmann über viele Jahre in Bottrop praktiziert, bis er schließlich 2002 den Arztkittel an den Nagel hängte und zum Vollzeit-Kabarettisten wurde. Unter dem Markennamen "Dr. Stratmann" stand er bis zuletzt auf der Bühne, auf der er mit "heiterem medizinischen Kabarett" glänzte und große Erfolge feierte. Nun ist Stratmann im Alter von 73 Jahren überraschend gestorben, wie engste Familienangehörige dem WDR am Mittwoch bestätigten.

Stratmann-Fans drücken Trauer und Verehrung aus

In den sozialen Medien drücken viele Menschen ihre Trauer und Verehrung aus. "Tüsskes, machet jut", schreibt etwa Twitter-Userin Sabine, "auf datte da oben bissken Spass bringst". "Du warst ein ganz Großer", findet Facebook-Userin Manuaela Kröner. Und Twitter-User Otto Redenkämper schreibt: "Wenn jemand ne Ruhrpottlegende war, dann unsern Jupp."

Dieses Element beinhaltet Daten von Twitter. Sie können die Einbettung auf unserer Datenschutzseite deaktivieren.

15 Jahre "Stratmanns - Jupps Kneipentheater im Pott"

Mit "Stratmanns - Jupps Kneipentheater im Pott" im WDR-Fernsehen begeisterte er bundesweit regelmäßig mehr als eine Million Zuschauer. Mit etwa 150 Sendungen in 15 Jahren sorgte Stratmann dabei für intelligente und originelle Unterhaltung. Das Ende von "Stratmanns" erklärte er 2016 mit "gesundheitlichen und terminlichen Gründen".

Stratmann kam als Zehnjähriger ins Ruhrgebiet

Ludger Stratmann

Geboren ist Ludger Stratmann im ostwestfälischen Verl. Ins Ruhrgebiet kam er als Zehnjähriger. Lange lebte er in Essen, später dann in Bottrop. In seinen Solo-Programmen wie "Heute komm' ich mal mit meinem Bein" oder "Hauptsache, ich werde geholfen" setzte er sich humorvoll mit den Menschen des Reviers, deren Eigenheiten und Sprache auseinander, die es ihm angetan hatte.

Von der Stadt Herne erhielt Stratmann die Auszeichnung "Tegtmeier 2009". In der Begründung hieß es: Als einer der erfolgreichsten Kabarettisten Deutschlands bringe er in der Rolle des Jupp Kwiatkowski das Ruhrgebiet auf die Bühnen der Republik.

Großes ehrenamtliches Engagement

Auch ehrenamtlich war Stratmann aktiv. Viele Jahre lang unterstützte er zum Beispiel die "Solidarfonds-Stiftung NRW", die schul- und bildungspolitische Projekte vor allem für junge Menschen fördert, die "nicht auf der Sonnenseite des Lebens stehen", so das Land NRW. Er war auch Vorsitzender des Stiftungskuratoriums. Stratmann trat für das Projekt auch ohne Gage auf und spendete die Erlöse - das tat er außerdem für die Hilfe krebskranker Menschen.

Darüber hinaus kämpfte Stratmann gemeinsam mit anderen Künstlerinnen und Künstlern für den Erhalt des Großkinos Lichtburg in Essen. Und er konnte er mit seiner Unterstützung das Stenkhoffbad in Bottrop vor der Schließung bewahren.

Verdienstorden des Landes NRW

2017 erhielt der Kabarettist für sein ehrenamtliches Engagement den Verdienstorden des Landes Nordrhein-Westfalen. "Lieber Ludger Stratmann", sagte die damalige NRW-Ministerpräsidentin Hannelore Kraft (SPD) zur Verleihung. "Sie sind ein Botschafter des Ruhrpotts, ein Sympathieträger, ein Charakterkopf, der die großen und kleinen Ereignisse dieser Welt kommentiert. Sie schauen den Menschen 'aufs Maul', halten ihnen den Spiegel vor, bringen sie zum Lachen. Und Sie setzen sich ganz unspektakulär für Menschen ein, die Hilfe brauchen. Dafür danke ich Ihnen herzlich", so Kraft.

Stand: 26.08.2021, 10:39