Loveparade-Prozess: Angeklagter gegen vorzeitige Einstellung

Loveparade-Prozess: Angeklagter gegen vorzeitige Einstellung

  • Angeklagter gegen vorzeitige Einstellung
  • Gericht hatte den Vorschlag gemacht
  • Begründung: zu geringe Schuld

Der Sicherheitsverantwortliche der Duisburger Loveparade will nicht, dass das Strafverfahren gegen ihn vorzeitig eingestellt wird. Das hat sein Anwalt am Mittwoch (30.01.2019) überraschend erklärt. Demnach kann er sich keine Einstellung des Verfahrens vorstellen – weder mit noch ohne Geldzahlung. Der Lopavent-Mitarbeiter wolle das Verfahren bis zum Freispruch, einer Verurteilung oder bis zur Verjährung weiter führen.

Beteiligte können sich bis Dienstag äußern

Vor zwei Wochen hatte der Richter angeregt, den Prozess gegen die zehn Angeklagten von Stadt und Veranstalter Lopavent einzustellen. Unter anderem hieß es zur Begründung: Die individuelle Schuld eines jeden Angeklagten sei bis jetzt als gering bis allenfalls mittelschwer anzusehen. Staatsanwaltschaft und Angeklagte können sich noch bis zum 5. Februar zu dem Vorschlag äußern.

Der Loveparade-Prozess vor der Einstellung: Politikversagen in NRW?!

WDR RheinBlick 17.01.2019 21:49 Min. WDR Online

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Einstellung nur mit Zustimmung möglich

Der Lopavent-Mitarbeiter ist der erste Beteiligte, der öffentlich zu dem Vorschlag Stellung bezieht. Ein Sprecher des Duisburger Landgerichts sagte, dass das Gericht nur mit der Zustimmung der Staatsanwaltschaft und der Angeklagten das Verfahren einstellen kann. Bleibt der Lopavent-Mitarbeiter bei seiner Ansicht, würde das Verfahren gegen ihn auf jeden Fall weitergehen.

Stand: 30.01.2019, 10:56

Kommentare zum Thema

5 Kommentare

  • 5 Der Jörn 31.01.2019, 19:12 Uhr

    Ich war an einigen (wenigen) Tagen zusammen mit ein paar anderen auch mal in Düsseldorf unter den erschreckend wenigen Besuchern in dem riesigen Saal. Was mir auffiel war, dass es nie um die dort angeklagten ca. ein Dutzend Leute ging, sondern fast immer nur um die Fehler der Polizei und von den Securitys. Und die hatten es wohl in sich , bei der Polizei war das sogar echt krass! Ich vermute der eine Angeklagte, der jetzt weiter verhandeln will, ist deshalb auch auf einen Freispruch aus. Die anderen verzichten vielleicht darauf und sind wahrscheinlich froh endlich da raus zu kommen. Da saßen wohl wirklich die Falschen. Jetzt wissen die Opfer zwar wer tatsächlich die Schuld trägt, aber die kann man ja nicht mehr anklagen. Meine Eindrücke waren übrigens immer ganz anders als es im WDR-Blog stand. Frau Sürgit z.B. hat so ziemlich alles falsch verstanden, jedenfalls war das immer dann so wenn ich da war. Dann las sich das abends ganz anders im Blog als ich es erlebt habe.

  • 4 Der Jörn 31.01.2019, 18:45 Uhr

    Ich war an einigen (wenigen) Tagen zusammen mit ein paar anderen auch mal in Düsseldorf unter den erschreckend wenigen Besuchern in dem riesigen Saal. Was mir auffiel war, dass es nie um die dort angeklagten ca. ein Dutzend Leute ging, sondern fast immer nur um die Fehler der Polizei und von den Securitys. Und die hatten es wohl in sich , bei der Polizei war das sogar echt krass! Ich vermute der eine Angeklagte, der jetzt weiter verhandeln will, ist deshalb auch auf einen Freispruch aus. Die anderen verzichten vielleicht darauf und sind wahrscheinlich froh endlich da raus zu kommen. Da saßen wohl wirklich die Falschen. Jetzt wissen die Opfer zwar wer tatsächlich die Schuld trägt, aber die kann man ja nicht mehr anklagen. Meine Eindrücke waren übrigens immer ganz anders als es im WDR-Blog stand. Frau Sürgit z.B. hat so ziemlich alles falsch verstanden, jedenfalls war das immer dann so wenn ich da war. Dann las sich das abends ganz anders im Blog als ich es erlebt habe.

  • 3 DerWolf 31.01.2019, 08:01 Uhr

    Wenn man von etwas überzeugt ist, muss man dafür kämpfen. Mit einem Freispruch ist man von allen Vorwürfen reingewaschen, mit einer Einstellung eben nicht. Ich würde das auch für den Rest meines Lebens geklärt haben wollen. Daumen hoch, der Kerl hat Charakter.

  • 2 Thomas Schaar 30.01.2019, 21:34 Uhr

    Eine Einstellung des Verfahrens fände ich fatal. Leider bleiben die politisch Verantwortlichen offensichtlich unbehelligt und fühlen sich fein raus. Leider. Doch die Beklagten sollen weiterhin Rede und Antwort stehen und Licht in die Sache bringen. Vielleicht kommen auch die wirklich Verantwortlichen noch dran. Hoffentlich!!!

    Antworten (1)
    • Opa Claus 30.01.2019, 23:27 Uhr

      So ein bisschen denke ich hier an die Geschichte des Michael Kohlhaas. Er hatte ja sein Recht bekommen und wurde doch hingerichtet. Wir werden sehen was denn noch wird,

  • 1 Meister EderB 30.01.2019, 20:37 Uhr

    Vielleicht steht er hinter seiner Verantwortung und will sich nicht wegschleichen wie die anderen möglichen Täter?