Abschied der letzten Bergbauberufskollegs im Ruhrgebiet

Abschied der letzten Bergbauberufskollegs im Ruhrgebiet

  • Recklinghausen und Bergkamen letzte Berufskollegs
  • In Spitzenzeiten 15.000 Lehrlinge in Ausbildung
  • Zuletzt 600 Kumpel ausgebildet

Mit dem Ende des Bergbaus schließen in diesem Jahr nicht nur die Zechen, sondern auch die beiden letzten noch betriebenen bergmännischen Berufskollegs in Recklinghausen und Bergkamen. Am Dienstag (03.07.2018) wurden sie mit einem Festakt in Recklinghausen verabschiedet.

Denn mit der Schließung der letzten beiden Steinkohlezechen Ende des Jahres wird auch die Ausbildung eingestellt - das Ende einer 200 Jahre langen Tradition. Jeder Bergmann hat im Laufe seiner Ausbildung an einem Berufskolleg gelernt.

Zu Spitzenzeiten 15.000 Lehrlinge

Zwei Hauer beim Kohleabbau.

Kumpel beim Kohleabbau vor Ort

Anfangs ging es darum, den Bergleuten Lesen und Schreiben beizubringen. Später kamen Fächer wie Arbeitssicherheit unter Tage dazu. In Spitzenzeiten waren 15.000 Lehrlinge gleichzeitig in der Ausbildung und besuchten Berufskollegs unter anderem in Duisburg, Recklinghausen oder Bochum.

Klaus-Peter Rüsing ist Schulleiter des Berufskollegs in Bergkamen. Für ihn gehören die Kollegs zur Tradition: "Wenn heute ältere Bergleute hier in die Schule kommen, um für ihre Enkel, ihre Söhne Zeugnisse und Bescheinigungen abzuholen, dann haben sie immer noch das Leuchten in den Augen."

Zuletzt wurden 600 Kumpel ausgebildet, die alle Jobs in Industrieunternehmen bekommen haben.

Stand: 03.07.2018, 10:04