Bochumer spenden Verstorbenenhüllen für die Ukraine

Bochumer Leichenhüllen für die Ukraine

Stand: 01.04.2022, 17:18 Uhr

Der Verein Bochum-Donezk will 500 Hüllen in die Ukraine schicken - sogenannte "Body Bags" - für die vielen gestorbenen Zivilisten.

Es ist nur eine der zahlreichen traurigen Facetten des Kriegs in der Ukraine: Viele Tote dort können nicht würdevoll bestattet werden, weil Angehörige fliehen mussten. Mit der jetzt anlaufenden Hilfsaktion will der Verein in Bochum diese Situation ein wenig abmildern.

Verstorbene teilweise auf den Straßen

Die Bochumer Bestatterin Caren Baesch hatte die Idee, nachdem sie von der Situation der Getöteten in der Ukraine gehört hatte. "Teilweise sind sie in den Kellern der Krankenhäuser mit Decken zugedeckt", so Baesch, "es besteht so gut wie keine Möglichkeit, diese Verstorbenen in irgendeiner Form würdevoll beisetzen zu können."

Verstorbene lägen auch auf den Straßen oder an Straßenrändern, unter Schutt begraben. Body Bags würden dringend gebraucht, sagen auch die Ehrenamtlichen der Gesellschaft Bochum-Donezk, die bei ihren Hilfstransporten in den letzten Wochen vor Ort in der Ukraine waren.

Postkarten sollen für Würde sorgen

Postkarten mit der Aufschrift "Du bist Würde" gehen zusammen mit Verstorbenenhüllen von Bochum in die Ukraine

Zusätzlich zu den Body Bags, die die Bestatterin zusammen mit anderen Spendern stiftet, soll es noch etwas geben: Am Kopfende der Hüllen wollen die Helfer Postkarten befestigen, die ein Künstler angefertigt und gespendet hat. Darauf steht in kyrillischen Schriftzeichen "Du hast Würde".

Die Gesellschaft Bochum-Donezk ist seit Beginn des Krieges in der Ukraine intensiv dabei, die Menschen in der Ukraine zu versorgen. Täglich gehen dort neue Spenden ein. 16 Transporte mit über 20.000 Hilfspaketen sind nach Angaben des Vereins bisher dorthin gebracht worden.

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Über dieses Thema haben wir am 01.04.2022 bei WDR2 berichtet: Lokalzeit Rhein Ruhr, 6.30 Uhr.

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