Ohne uns ist's still - Hilferuf der Kulturbranche in Essen

Das Foto zeigt Veranstalter Patrick Berg vor einer Leinwand mit schwarz-weiss-Fotos von Kulturschaffenden

Ohne uns ist's still - Hilferuf der Kulturbranche in Essen

Von Ann-Kristin Pott

Die Veranstaltungsbranche zeigt heute in Essen ihr Gesicht. Auf einer Leinwand werden Fotos von Personen aus der Branche projiziert - eine Aktion der Kulturgesichter NRW.

Keine Arbeit, kein Geld, keine Planungssicherheit - der Ernst der Lage zeigt sich in den 330 Gesichtern. Und zwar mitten in der Essener Innenstadt. Auf einer dreimal zwei Meter großen LED-Wand werden die eindrücklichen schwarz-weiß Fotos gezeigt. Alle Porträtierten arbeiten in der Kultur- und Veranstaltungsbranche.

Es sind vor allem die Menschen hinter der Bühne: die Lichttechnikerin, der Bühnenbildner, die Thekenkraft oder der Clubbetreiber. Sie haben sich für die Initiative Kulturgesichter NRW zusammengetan und ablichten lassen. Mit der Foto-Aktion wollen sie zeigen: Wir sind noch da und: "ohne uns ist's still".

"Ohne uns ist's still" - eine Branche zeigt Gesicht

Ohne sie würden die Shows, Konzerte oder Theater-Aufführungen nicht stattfinden. Seit mehr als einem Jahr steht der Großteil der Branche still. Zwar wird die Gastronomie langsam geöffnet, die Inzidenzen sinken und auch Open-Air-Veranstaltungen sind langsam wieder möglich.

Auch wenn das ein Lichtblick ist, selbst dann ist die Frage unter welchen Voraussetzungen und lohnt sich eine Öffnung überhaupt? Clubs können zum Beispiel erst im September öffnen: Sie sind die ersten, die schließen mussten und die letzten, die wieder öffnen können.

Trotz sinkender Inzidenzen - Ungewissheit bleibt

"Wir sind immer noch im Lockdown, viele leben am Existenzminimum", sagt Patrick Berg aus Essen. Er arbeitet seit über 20 Jahren in der Veranstaltungsbranche und ist Mitinitiator der Initiative Kulturgesichter NRW. Einige Leute aus der Branche haben bereits ihren Job gewechselt, weil sie keine Perspektive in der Veranstaltungsbranche sehen.

Die Fotos werden noch bis Dienstagabend auf die Leinwand auf dem Essener Kennedyplatz projiziert. Die Bilder sind aber auch auf Plakaten in ganz in NRW zu sehen, zum Beispiel in Mülheim an der Ruhr, Köln oder Düsseldorf.

Stand: 31.05.2021, 12:02