Dortmund: Millionenverlust mit Pink-Floyd-Ausstellung

Erlebnisausstellung "The Pink Floyd Exhibition": Their Mortal Remains" startet im Dortmunder U-Turm

Dortmund: Millionenverlust mit Pink-Floyd-Ausstellung

Von Michael Westerhoff

  • Ausstellung machte 2018 Verluste
  • Ansturm erst seit Weihnachten
  • Keine Verlängerung geplant
Kommentare (27)

"The Pink Floyd Exhibition" sollte die Ausstellung des Jahres werden, nun droht Dortmund ein finanzielles Desaster. 1,7 Millionen Euro Verlust hat die Stadt im vergangenen Jahr mit Ausstellungen gemacht.

Ein Großteil davon geht wohl auf das Konto der Pink Floyd-Ausstellung. Kulturdezernent Jörg Stüdemann (SPD) sagte am Donnerstag (14.02.2019), dass der Verlust bei etwas über einer Million Euro liegt. Die genauen Zahlen kämen erst in ein paar Wochen.

Pink Floyds "The Wall" in Dortmund

WDR 4 Expedition Lieblingshits | 23.11.2017 | 03:40 Min.

Download

Bis zu drei Stunden Wartezeit

"Wir hoffen, dass die Verluste noch kleiner werden", sagte Kulturbüro-Chef Stefan Mühlhofer am Rande der Sitzung. Ganz unberechtigt ist die Hoffnung nicht. Denn die Ausstellung war vor Weihnachten miserabel besucht. Aber danach schnellten die Zahlen nach oben, weil viele Gutscheine verschenkt hatten.

Zuletzt gab es am Wochenende sogar Wartezeiten von bis zu drei Stunden, an den meisten Tagen war die Ausstellung ausverkauft. Die 5,2 Millionen, die die Schau gekostet hat, wird sie aber wohl nicht mehr einspielen. Dafür wären 1.000 Besucher pro Tag nötig gewesen.

Viele auswärtige Besucher

Trotzdem sind sowohl der Kulturbüro-Chef als auch die Politiker alles andere als unglücklich. Heinz Dingerdissen (FDP) spricht von einem großen Image-Gewinn für Dortmund. Tatsächlich kamen viele auswärtige Besucher zur Ausstellung. Insgesamt haben laut Stadt weniger als 100.000 Menschen die Ausstellung besucht haben. Damit sei "The Pink Floyd Exhibition" trotzdem die erfolgreichste Dortmunder Ausstellung seit 1990 - zumindest bezogen auf die Besucherzahlen.

Auch deshalb stimmten die Politiker den unerwarteten Mehrausgaben zu. In einer Dringlichkeitsentscheidung hat Oberbürgermeister Ullrich Sierau (SPD) fast drei Millionen Euro zusätzlich genehmigt.


Keine Verlängerung von Pink Floyd geplant

Die Ausstellung ist seit Sonntag (10.02.2019) beendet. Es habe vorher die Überlegung gegeben, die Ausstellung zu verlängern. "Wir haben das bei der für die Ausstellung verantwortlichen Firma nachgefragt", sagte Kulturdezernent Jörg Stüdemann dem WDR. Die Lizenzinhaber hätten aber so viele Geld verlangt, dass sich eine Verlängerung nicht gelohnt hätte.

Ausstellung zu 50 Jahre Pink Floyd im Dortmunder U

Im Dortmunder U geht am Sonntag (10.02.2019) die Ausstellung "The Pink Floyd Exhibition: Their Mortal Remains" zu Ende. Besucher können in das kreative Schaffen der Musiker eintauchen.

Pink Floyd. Bühnenwand zur Tour "The Wall"

Eine Wand mit der Aufschrift "PINK FLOYD THE WALL" und eine riesige Fantasiefigur mit langen Fingern und großen, brillenartigen Augen sind ein Mittelpunkt der Ausstellung.

Eine Wand mit der Aufschrift "PINK FLOYD THE WALL" und eine riesige Fantasiefigur mit langen Fingern und großen, brillenartigen Augen sind ein Mittelpunkt der Ausstellung.

Figuren, die an das Plattencover von "Delicate Sound of Thunder" erinnern, sind im Dortmunder U in der Ausstellung The Pink Floyd Exhibition zu sehen.

Eine Frau betrachtet eine animierte Projektion des Prismas vom Plattencover des Albums "The Dark Side of the Moon".

Zu sehen sind auch Original-Instrumente, persönliche Erinnerungsstücke der Bandmitglieder und handschriftliche Dokumente.

Konzert-Feeling bei der Pink Floyd Ausstellung im Dortmunder U.

Besucher können in 50 Jahre kreatives Schaffen der Musiker eintauchen.

Die Retrospektive präsentiert Musik und Interviews sowie bislang unveröffentlichte Konzertaufnahmen.

Stand: 14.02.2019, 11:33

Kommentare zum Thema

27 Kommentare

  • 27 Angela 16.02.2019, 00:23 Uhr

    Schade ich hätte es gern gesehen aber zu spät erfahren ...

  • 26 Maja Dierks 14.02.2019, 15:21 Uhr

    Die Austellungszeiten waren ein Desaster! Ich kam in einer Gruppe von vier Freunden aus Duisburg, hatte mir extra eher frei genommen. Auf meiner Karte stand Einlass bis 21 Uhr, geöffnet bis 22 Uhr. Eine prima Zeit, denn der gewöhnliche Deutsche geht ja tagsüber arbeiten, also haben wir uns auf einen schönen Abend in der Ausstellung und in Dortmund gefreut. Meine Freunde gingen um 16:58 Uhr rein, ich gab noch meine Jacke ab und wollte um genau 17 Uhr hinterher... nix. KEIN EINLASS MEHR. Meine Freunde waren drin und ich stand draußen und das um 17 Uhr in der Woche. Vielen Dank Herr Sierau, vielen Dank Herr Stüdemann, wir kommen so schnell nicht mehr nach Dortmund...

  • 25 Christoph Kutsche 14.02.2019, 12:42 Uhr

    Ich habe erst durch diesen Bericht erfahren das es diese Ausstellung gab! Schade das man von einer Werbung nichts gemerkt hat, denn sonst hätte ich mir dieses Event gerne angesehen. Tja, nun ist es zu spät!

  • 24 Meier, Christa 08.02.2019, 07:22 Uhr

    Schade, dass es keine Werbung gab, habe erst jetzt davon erfahren, würde sehr gerne noch zur Ausstellung kommen, falls sie verlängert wird.

  • 23 Meier, Christa 08.02.2019, 07:21 Uhr

    Schade, dass es keine Werbung gab, auch überregional, habe erst jetzt davon erfahren, würde sehr gerne noch zur Ausstellung kommen, falls sie verlängert wird.

  • 22 Jörg K 08.02.2019, 04:57 Uhr

    Ich bin großer Pink Floyd Fan und habe auch nur durch Zufall von der Ausstellung erfahren. Mehr Werbung in den Medien wäre sinnvoll gewesen.

  • 21 Tommy 07.02.2019, 23:50 Uhr

    Ich hatte erst Mitte Dezember mitbekommen dass die Ausstellung sei... Ohne Werbung muss man halt mit Verlust rechnen... Echt schade.... In London übernachtete ich 2017, nur einige Kilometer von der gleichen Ausstellung weg, 10 Tage lang war ich dort, gleiches Problem, Werbung wurdecdamals auch erst später gemacht.... ech schade für mich als grosser Pink Floyd und Gilmour Fan :(

  • 20 Rainer.J 07.02.2019, 22:35 Uhr

    Danke für die tolle Ausstellung,habe selbst 3 Konzerte miterlebt inclusive Roger Warters und Nick Mason. Macht euch keinen Kopf über die Verluste,ihr habt das toll gemacht. Gruß aus Hamburg. P.S HSA NORDBANK,ELBPHILHARMONIE,BERLINER FLUGHAFEN........ noch fragen?

  • 19 Dieter Zimmermann 07.02.2019, 22:28 Uhr

    Mir geht es genau so. Hätte ich vorher davon gehört wäre ich hin gegangen. Son schiet

  • 18 Jack Lopez 07.02.2019, 19:21 Uhr

    Tja, es gab NULL Werbung. Schön, dass ich drei Tage vor Schluss von dieser Ausstellung erfahre. Dumm gelaufen.

  • 17 Anja H 07.02.2019, 18:40 Uhr

    Habe die Ausstellung im Januar an einem Mittwoch besucht. Hatte mir dafür extra frei genommen. Ich wollte bewusst nicht an einem Wochenende hin, ich fand es schon am Mittwoch voll genug. Man will ja alles ganz genau betrachten und auch genießen. Ich fand es richtig toll und auch mit etwa 30 EUR nicht zu überteuert. Sowas aufzubauen ist ja ein enorm großer Aufwand. Für mich war es richtig lohnenswert und war dafür gerne bereit, über 200 km Fahrt auf mich zu nehmen.