Nach Angriffen: Künstler flüchtet nach Duisburg

Cyrus Overbeck neben einem seiner Werke

Nach Angriffen: Künstler flüchtet nach Duisburg

  • Künstler wird wegen seiner Arbeit attackiert
  • Flucht aus Ostfriesland zurück nach Duisburg
  • Staatsschutz ermittelt

Eingeworfene Fenster, manipulierte Autoreifen und schließlich ein körperlicher Angriff in einer Kneipe - weil er in seiner ostfriesischen Wahlheimat Esens beschimpft und attackiert wurde, ist der Künstler Cyrus Overbeck nach Duisburg zurückgekehrt.

Hauptthema: NS-Vergangenheit

Die Attacken gegen ihn haben offenbar mit seiner Arbeit zu tun. Overbeck ist bekennender Christ, seine jüdische Großmutter lebte in Teheran. Sein Hauptthema: Der Umgang mit der NS-Vergangenheit. Er setzt sich für eine angemessene Aufarbeitung des Nationalsozialismus ein und sieht sich als glühenden Verfechter der Demokratie.

Cyrus Overbeck - Kunst der Erinnerung

WDR 3 Mosaik 05.04.2019 05:33 Min. Verfügbar bis 04.04.2020 WDR 3

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Bilder von Overbeck lagern auf dem Boden, auf Staffeleien und an Wänden

Das Atelier von Cyrus Overbeck in Duisburg-Beeck

Bei einer Kneipen-Diskussion im ostfriesischen Esens habe er Helmut Schmidt zitiert, erklärt Overbeck dem WDR am Mittwoch (21.08.2019). Man müsse sich "sicher nicht für immer" mit dem Nationalsozialismus auseinandersetzen, "aber noch für sehr lange Zeit". Daraufhin sei jemand aufgesprungen, "schrie 'Jude' und fing an, mich zu würgen".

"Grenze deutlich überschritten"

Der Angriff habe schließlich seine Flucht nach Duisburg ausgelöst, sagt Overbeck: "Anfeindungen durch mein Werk, das kannte ich, aber persönlich am Körper angegriffen zu werden, das ist eine neue Erfahrung für mich und da ist für mich auch eine Grenze deutlich überschritten worden."

Overbeck hat mittlerweile in Duisburg Anzeige erstattet. Der Staatsschutz ermittelt. Der Künstler arbeitet nun wieder in seinem Atelier in der alten Brotfabrik seines Großvaters im Stadtteil Beeck.

Stand: 21.08.2019, 19:57