Verurteilte Sparkassen-Mitarbeiterin wehrt sich gegen fristlose Kündigung

Verhandlung am Landesarbeitsgericht in Hamm

Verurteilte Sparkassen-Mitarbeiterin wehrt sich gegen fristlose Kündigung

  • Fristlose Kündigung juristisch umstritten
  • Landesarbeitsgericht Hamm verhandelt neu
  • Bereits wegen Unterschlagung von 115.000 Euro verurteilt

Vor dem Landesarbeitsgericht Hamm wurde am Donnerstag über die Kündigung einer Sparkassenangestellten aus Herne verhandelt. Sie soll 115.000 Euro unterschlagen haben.

Diese Summe soll die Bank-Angestellte aus Herne aus einem Geldkoffer genommen haben. Danach soll sie Babynahrung und Waschpulver hineingelegt haben. Die Frau hatte zwar bestritten, dass sie das Geld genommen hat, trotzdem wurde ihr fristlos gekündigt.

Gerichte beurteilen Fall unterschiedlich

Die Kündigung soll zu Unrecht erfolgt sein, hatte das Landesarbeitsgericht in Hamm 2017 entschieden. Das Bundesarbeitsgericht hob das Urteil jedoch wieder auf: Die Indizien sprächen durchaus dafür, dass die Frau kündbar sei. Außerdem habe sie noch gegen weitere betriebsinterne Vorgaben verstoßen. Deshalb kam es am Donnerstag zur erneuten Verhandlung vor dem Landesarbeitsgericht.

Entscheidung über Kündigung im Oktober

Rotes Sparkassenzeichen auf einem grauen Schild

Dabei fiel aber noch kein Urteil. Die ehemalige Angestellte hatte erst vor zwei Tagen umfangreiche Schriftsätze eingereicht. Diese wollen die Richter zunächst ausführlich lesen. Ein Urteil soll im Oktober gesprochen werden.

Urteil wegen Unterschlagung noch nicht rechtskräftig

Parallel hatte das Amtsgericht Herne die Frau bereits wegen Untreue zu zwei Jahren und neun Monaten Haft verurteilt. Die Sparkasse ging davon aus, dass die Mitarbeiterin die 115.000 Euro unterschlagen hat.

Sie selbst hat angegeben, das Vier-Augen-Prinzip beim Öffnen des Koffers nicht eingehalten zu haben. Die Sparkasse argumentierte weiter, dass der Koffer noch verplombt gewesen sei. Das Hafturteil ist aber noch nicht rechtskräftig, da die Verurteilte in Berufung ging.

Stand: 15.08.2019, 14:30