RAG kündigt erstmals 200 Bergleuten

Endlos: Wer bezahlt die Ewigkeitskosten des Bergbaus

RAG kündigt erstmals 200 Bergleuten

  • RAG spricht 200 betriebsbedingte Kündigungen aus
  • Bergleute hätten andere Jobangebote ausgeschlagen
  • Rechtsanwalt widerspricht dem Konzern

Ein halbes Jahr nach Ende der Steinkohleförderung in Deutschland will der Bergbaukonzern RAG Mitarbeitern betriebsbedingt kündigen. Sollte der Konzern das durchsetzen können, wären es die ersten betriebsbedingten Kündigungen in der Geschichte der RAG. Etwa 200 Bergleute sind davon betroffen, wie ein Unternehmenssprecher am Freitag (31.05.2019) sagte. Sie hätten alle Angebote des Unternehmens ausgeschlagen, zu einem anderen Arbeitgeber zu wechseln. Deshalb bleibe der RAG keine andere Wahl, als Kündigungen auszusprechen.

Für Bergleute, die bei der RAG auf keinen anderen Arbeitsplatz wechsel könnten, gebe es auch einen Sozialplan mit einer Transfergesellschaft, um sich weiterqualifizieren zu können. Außerdem seien ihnen Abfindungen angeboten worden.

Auch die Gewerkschaft IG BCE hatte die Bergleute aufgefordert, die Jobangebote anzunehmen. Diese auszuschlagen sei "wirklich fahrlässig", sagte der Gewerkschaftsvorsitzende Michael Vassiliadis.

Bergleute wollen Kündigungen überprüfen lassen

Ein Rechtsanwalt, der mehrere der betroffenen Bergleute vertritt, widersprach der RAG. Zahlreiche RAG-Beschäftigte hätten keine oder keine adäquaten Jobangebote erhalten. Die Bergleute wollten die Kündigungen vor Gericht überprüfen lassen und die Weiterbeschäftigung erreichen. Bei der RAG gebe es noch genügend Arbeit, die derzeit von Drittunternehmen oder Leiharbeitnehmern ausgeführt werde.

Die RAG hat laut Unternehmenssprecher allein in den vergangenen 20 Jahren mehr als 80.000 Arbeitsplätze sozialverträglich abgebaut. Rund 40.000 Beschäftigte hätten dabei berufliche Perspektiven außerhalb des Bergbaus gefunden.

Stand: 31.05.2019, 17:34