Kündigung wegen Kinderlärms

Fristlose Kündigung wegen Kinderlärm 02:28 Min. Verfügbar bis 16.01.2020

Kündigung wegen Kinderlärms

  • Junge Familie soll zum 6. Februar die Wohnung verlassen
  • Zweijährige Tochter Maya Elif würde unerträglichen Lärm machen
  • Schikorras wollen sich wehren

Maya Elif ist zu laut – so laut, dass es den anderen Mietern nicht zuzumuten ist. So argumentiert der Vermieter, die Wohnungsbaugesellschaft Dogewo 21. Mieter hätten sich immer wieder beschwert. In der zweiten Januarwoche 2019 ist Familie Schikorra nun die fristlose Kündigung ins Haus geflattert. Beim Mieterverein Dortmund und Umgebung e.V. sorgt dieser Fall für allgemeines Kopfschütteln und ist bis zur Chefetage vorgedrungen.

Familie will sich wehren

Schikorras wollen sich wehren. "Wir lassen uns doch nicht von Kinderhassern unser Dach über dem Kopf wegnehmen", sagt uns Markus Schikorra. Seine Frau Ayla hat einfach nur Angst: "Wir sollen ja schon am 6. Februar raus, mit Kind und allen Sachen, da bekommt man Existenzangst."

Die Dogewo wollte sich aktuell nicht zu dem Fall äußern. Im Oktober 2018, als die Wohnungsbaugesellschaft eine Abmahnung verschickt hatte, hieß es, man sei sicher nicht kinderfeindlich. Allerdings habe es immer wieder Beschwerden über die Familie gegeben – die müsse man ernst nehmen.

Kampflos will die Dortmunder Familie ihre Wohnung aber nicht aufgeben. Zumindest so lange nicht, bis sie für sich und ihre Tochter ein kleines Eigenheim gefunden haben. Nochmal in eine andere Mietwohnung ziehen wollen sie jedenfalls nicht mehr.

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Martin Grebe, Fachanwalt für Mietrecht beim Mieterverein Dortmund und Umgebung, versteht nicht, dass der Vermieter sich nicht einfach mit allen Pateien an einen Tisch gesetzt hat: "Das führt oft zur Klärung." Seiner Meinung nach gebe es einen großen Unterschied, ob es um Kinderlärm von Zweijährigen oder von 11- bis 16-Jährigen geht: "Auf Zweijährige kann man nicht so gut einwirken wie auf ältere Kinder."

Stand: 16.01.2019, 09:30

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