Ministerin kritisiert Wettstreit um weltgrößten Weihnachtsbaum

Ministerin kritisiert Wettstreit um weltgrößten Weihnachtsbaum

  • Umweltministerin stört Rekordjagd nach Riesenbäumen
  • Dortmund und Köln verteidigen Weihnachtstannen
  • Große Weihnachtbäume sind Besuchermagnet

Nordrhein-Westfalens Umweltministerin Ursula Heinen-Esser (CDU) kritisiert die Rekordjagd mancher Städte um die größte Tanne in der Adventszeit. "Was mich stört ist das bisweilen regionale und auch überregionale Kräftemessen um den gewaltigsten Weihnachtsbaum", sagte Heinen-Esser in einem Bericht der Nachrichtenagentur dpa am Sonntag (17.11.2019).

Streit um "den Größten" im Ruhrgebiet

Im Ruhrgebiet machten die Städte Dortmund und Herne im vergangenen Jahr Schlagzeilen mit dem Wettkampf um den größten Weihnachtsbaum. In Herne wurde vergangenes Jahr erstmals eine riesige, mobile Tanne aufgestellt. In Dortmund steht seit 1996 ein Riesenbaum.

Da die beiden Bäume auf unterschiedliche Art und Weise auf ihre Größe von gut 45 Metern kommen, reklamieren beide Städte für sich, die größte Weihnachtstanne der Welt zu haben.

"Selbstverständlich ist es den Kommunen unbenommen, Advent und Weihnachten öffentlich nach ihren Wünschen und Vorstellungen zu feiern", meint die Umweltministerin. Aber das Kräftemessen störe sie, "denn jeder Baum ist besonders."

In Dortmund verteidigt man die Tradition, wo seit 13 Jahren nach Angaben der Veranstalter jährlich der größte Weihnachtsbaum der Welt steht. Er besteht aus bis zu 1.700 einzelnen Rotfichten.

Baum lockt Besucher aus der ganzen Welt

"Umfragen haben ergeben, dass unser Rekordbaum für viele Menschen eine sehr wichtige Rolle beim Besuch des Weihnachtsmarktes spielt. Sogar aus China und Japan kommen Menschen, um ihn zu sehen", sagte Verena Winkelhaus vom Markthandel- und Schaustellerverband Westfalen. Die Einzelfichten würden eigens und nachhaltig im Sauerland gezüchtet.

Kölner Tanne aus Privatgarten

Auch in Köln sieht man keinen Grund, auf den jährlich rund 25 Meter hohen Baum zu verzichten. Es gehe nicht um Wettbewerb, sondern um Nachhaltigkeit, sagte Monika Flocke von der Kölner Weihnachtsgesellschaft.

Die Rotfichte stamme auch diesmal aus einem Privatgarten und hätte aufgrund von Schäden durch die Witterung der vergangenen Jahre ohnehin im nächsten Sommer gefällt werden müssen.

Die 92 Jahre alte Besitzerin der Fichte freue sich darüber, dass ihr Baum jetzt die Domkulisse mitten in Köln schmücke. Nach dem Fest würden die Zweige an Tiere im Kölner Zoo verfüttert.

Ministerin wirbt für Nachhaltigkeit

Die in Dortmund und Köln betonte Nachhaltigkeit legte Ministerin Heinen-Esser auch Privatleuten ans Herz: "Bei der Anschaffung eines Weihnachtsbaums sollte man auf heimischen Anbau und kurze Transportwege achten."

Stand: 17.11.2019, 16:34