Essener Tafel: "Runder Tisch" geplant

Essener Tafel: "Runder Tisch" geplant

  • Teilnehmer einigen sich auf "Runden Tisch", der an Lösung für Verteilungsproblem arbeiten soll
  • Aufnahmestopp für Ausländer bleibt vorerst
  • Merkel sagt Unterstützung zu

Auf der außerordentlichen Vorstandssitzung der Essener Tafel am Dienstagmittag (27.02.2018) haben sich die Teilnehmer auf einen "Runden Tisch" zur Lösung der Probleme geeinigt. An ihm sollen die Tafel, die Stadt und auch soziale Einrichtungen teilnehmen. An der bestehenden Regelung für die Essensausgabe werde zunächst nichts geändert.

Bundeskanzlerin Angela Merkel hat telefonisch Kontakt zu Essens Oberbürgermeister Thomas Kufen aufgenommen und ihm ihre Unterstützung zugesichert. Das teilten Teilnehmer der Sitzung dem WDR Studio Essen mit.

Weiter nur Neukunden mit deutschem Ausweis

Die Teilnehmer der Krisensitzung sind sich einig, dass Alleinerziehende, Senioren und Familien mit minderjährigen Kindern im Mittelpunkt stehen sollten, hieß es. Die Essener Tafel hatte seit dem 10. Januar neue Berechtigungen zum Empfang von Lebensmitteln vorübergehend nur noch für Bürger mit deutschem Ausweis ausgestellt.

Den Aufnahmestopp für Ausländer hatte unter anderem auch Bundeskanzlerin Angela Merkel kritisiert. Begründet wird dies mit einem angeblich zu hohen Anteil an Ausländern, weshalb sich etwa viele ältere Menschen und Alleinerziehende nicht mehr wohlfühlten und das Hilfsangebot nicht mehr wahrnähmen.

Tafel-Kunden verstehen Wirbel nicht

Die Kunden selbst verstanden nach Medienberichten überhaupt nicht, warum es soviel Wirbel gibt. Und lediglich einige wenige prominente Stimmen stärkten dem Verein den Rücken. Der Chef der Tafel, Jörg Sartor, verteidigte die Neuregelung. Sie habe nichts mit Ausländerfeindlichkeit zu tun. Er habe nur eine gerechte Verteilung der Ausgabescheine erzielen wollen.

Stand: 27.02.2018, 15:49