Nach Tierquälerei im Kreis Unna: Jährlicher Kontrollbericht

Mann schlägt mit einem Knüppel auf eine Kuh ein, die in einer Box liegt

Nach Tierquälerei im Kreis Unna: Jährlicher Kontrollbericht

Künftig soll ein jährlicher Kontrollbericht erstellt werden. Hintergrund sind die Tierquälereien in dem Schlachthof in Selm und in der Tiersammelstelle in Werne.

Sie hatten bundesweit für Aufsehen gesorgt. Tiere waren dort brutal geschlagen und ohne Betäubung geschlachtet worden. Solche Tierquälereien soll es nach dem Willen der Politiker im Kreis Unna nicht mehr geben. Der Kreistag hat den Antrag am Dienstagnachmittag einstimmig angenommen. Ab dem Frühjahr 2022 soll der Kreis jährlich über die erfolgten Kontrollen in Tierverwertungsbetrieben berichten.

Antworten gefordert

Die Fraktion "Die LINKE - UWG-Selm" hatte beantragt, dass die Verwaltung "einen aktuellen Tierschutzbericht über die Situation in den Schlacht, Tiertransport- und Tierhaltungsbetrieben (Massentierhaltung)" erstellen soll, so heißt es in der Vorlage. Dieser Bericht soll jedes Jahr fortgeschrieben werden. Auch die Grünen sprechen von einem "Kontroll-Versagen" und wollen Antworten.

25 Schlachtbetriebe im Kreis Unna

Aktuell sind im Kreis Unna 25 Schlachtbetriebe gemeldet, darunter sind zwei größere Betriebe. Insgesamt gibt es nach Auskunft eines Kreissprechers über 1.900 Betriebe mit Tierhaltung, inwieweit diese sogenannte "Massentierhaltung" betreiben, ist nicht näher definiert. Tiertransporter wurden im vergangenen Jahr im Kreis 265 Mal kontrolliert.

Tierschützer hatten Misshandlungen aufgedeckt

Mitglieder des Tierschutzvereins "Soko Tierschutz" hatten Verstöße in dem Schlachtbetrieb in Selm und in der Tiersammelstelle in Werne aufgedeckt. Im März wurde der Betrieb in Selm wegen des Verdachts des illegalen Schächtens, also des Schlachtens ohne Betäubung geschlossen. Nach Auskunft des Kreises Unna wurden gegen die Schließung keine Rechtsmittel eingelegt.

Werne: Betreiber klagt gegen Schließung

Aus der Tiersammelstelle in Werne waren im Juli Videos aufgetaucht, die zeigen, wie Mitarbeiter des Unternehmens stark abgemagerte Tiere verprügeln. Der Betreiber in Werne klagt gegen die ordnungsbehördliche Schließung seines Betriebes.

Stand: 06.10.2021, 11:48