Duisburger Schiedsrichter über Gewalt im Fußball

Duisburger Schiedsrichter über Gewalt im Fußball 03:08 Min. Verfügbar bis 03.06.2020

Duisburger Schiedsrichter über Gewalt im Fußball

  • Spiele eskalieren oft durch Kleinigkeiten
  • Schiedsrichter werden immer wieder tätlich angegriffen
  • Job erfordert starke Nerven

Es wird ein schweres Spiel, sagt Erkan Işik, als er seine beiden Assistenten auf die kommenden 90 Minuten einschwört. Duisburg 08 II gegen Yesilyurt Möllen, ein Team wird heute absteigen. Beide gelten als schwierig im Umgang. Als Schiri muss man von der ersten Minute an hellwach sein, sonst verliert man schnell die Kontrolle, sagt Işik.

Immer wieder Übergriffe

Der 23-Jährige pfeift seit gut sieben Jahren. Er selbst hatte schon einige Problemspiele. Richtig brenzlig sei es dabei aber noch nicht geworden. Dass es im Amateurbereich immer wieder Übergriffe auf Schiedsrichter gibt, macht ihn wütend. Erst vor ein paar Wochen wurde ein Kollege von einem Zuschauer geschlagen. Seitdem der Verband solche Fälle härter bestraft, sei es etwas besser geworden.

Auch heute merkt man, dass es um viel geht. Işik will nichts durchgehen lassen, schnell gibt's die erste gelbe Karte. Etwa 200 Zuschauer sind da, es wird viel reingerufen. Möllen geht früh in Führung, doch Duisburg 08 dreht das Spiel.

Lob für den Schiedsrichter

In der Schlussphase wird der Ton rauer, auch der des Schiedsrichters. "Macht ihr zwei weiter Faxen, schick ich Euch runter", sagt Işik, als er zwei Streithähne voneinander trennen muss. Nach fünf Minuten Nachspielzeit steht fest: Duisburg 08 gewinnt 2:1, Möllen steigt ab.

Trotz einiger strittiger Szenen gibt's viel Lob für den jungen Schiedsrichter. "Der hat sich vom ganzen Palaver drum herum nicht aus der Ruhe bringen lassen, eine ganz starke Leistung", sagt ein Zuschauer. Auch Erkan Işik ist zufrieden mit der Leistung seines Schiedsrichtergespanns. Nach 90 Minuten bei 33 Grad sind alle froh, das schwarze Trikot auszuziehen.

Stand: 03.06.2019, 13:14

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