Politiker in Unna kämpfen gegen Ärztemangel

Ein Landarzt im Einsatz

Politiker in Unna kämpfen gegen Ärztemangel

  • Idee: Stipendien für Medizinstudenten
  • Vorbeugen gegen Ärztemangel auf dem Land
  • Kreisverwaltung soll Werbekonzept erarbeiten

Der Dorfarzt geht in Rente – und die Praxis bleibt leer: Soweit soll es im Kreis Unna gar nicht erst kommen. SPD und CDU wollen Medizinstudenten mit Stipendien anlocken, ihnen also Geld für das Studium geben. Im Gegenzug sollen diese sich verpflichten, später als Arzt im Kreis Unna zu arbeiten - auch in den abgelegenen Orten.

Nur Bergkamen hat nicht genug Ärzte

Das Problem drängt im Moment noch nicht so sehr: Fast überall im Kreis Unna gibt es noch genügend Hausärztinnen und -ärzte. Lediglich in Bergkamen ist die Zahl der Ärzte - gemessen an der Einwohnerzahl - zu niedrig. Auf Dauer könnte es aber vielerorts Versorgungsengpässe geben. Rund jeder fünfte Hausarzt im Kreis Unna ist älter als 65 Jahre.

Stipendien-Konzept trotz „Landarzt-Quote“

Die Stipendien-Idee wird im Kreis Unna schon seit einer Weile diskutiert. Inzwischen hat die Landesregierung und der NRW-Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann einen ähnlichen Vorschlag gemacht. Trotzdem wollen SPD und CDU im Kreis Unna, dass die Verwaltung ein Konzept erarbeitet, wie die Stipendien-Idee umgesetzt werden kann - falls das Land NRW die Landarzt-Quote doch nicht einführt – oder der Kreis Unna davon nicht profitiert.

Ärztemangel trifft zuerst ländlichen Raum

In anderen Regionen, etwa im Sauerland und in Ostwestfalen, stehen schon heute viele Praxen leer. Außerdem sind dort noch mehr Ärztinnen und Ärzte kurz vor dem Ruhestand. Mediziner, die sich dort niederlassen, können bei der Kassenärztlichen Vereinigung die Übernahme von Umzugs- oder Einrichtungskosten beantragen.

Stand: 03.07.2018, 07:58