Siemens-Mitarbeiter im Revier bangen um ihre Zukunft

Siemens-Schriftzug, Mülheim an der Ruhr

Siemens-Mitarbeiter im Revier bangen um ihre Zukunft

  • Siemens gliedert Kraftwerkssparte aus
  • 7.100 Stellen aus dem Ruhrgebiet betroffen
  • Vorstandschef will Unternehmen so neu ausrichten

Die Mitarbeiter der Siemens Kraftwerkssparte in Mülheim bangen weiter um ihre Zukunft. Der Konzern will sich 2020 von seiner Traditionssparte, dem Kraftwerksgeschäft trennen. Siemens-Chef Joe Kaeser hat Mittwochmorgen (08.05.2019) weitere Details zur Umstrukturierung des Technologiekonzerns preisgegeben.

Siemens-Chef will neue Perspektiven schaffen

Die Entscheidung steht fest: Die Mehrheit der Traditionssparte soll als eigenständiges Unternehmen an die Börse gehen und somit aus dem Konzern herausgelöst werden. Kerngeschäft seien künftig die Automatisierung von Fabriken und die Vernetzung von Gebäuden, Städten und Ländern.

Mehr als 7.000 Beschäftigte im Ruhrgebiet sind von den Umstrukturierungen betroffen. "Wir zerschlagen nichts, wir sorgen für neue Perspektiven", so Kaeser.

Mit dem radikalen Umbau verlassen die Mitarbeiter im Ruhrgebiet den Mutterkonzern Siemens und werden in einer neuen Gesellschaft unterkommen. Eine Sicherung ihrer Arbeitsplätze bedeutet das aber nicht. Seit Jahren ist der Kraftwerksbau rückläufig und gilt als Sorgenkind von Siemens. Allein im vergangenen Jahr hatte Siemens in Mülheim angekündigt, 600 Arbeitsplätze abzubauen.

IG Metall begrüßt Abspaltung

IG Metall-Bezirksleiter von NRW, Knut Giesler, begrüßt die Pläne für eine Abspaltung des Kraftwerksgeschäfts. Bisher habe Siemens mehr auf Entwicklungen reagiert, als in die Zukunft blickend agiert, so Giesler am Mittwoch gegenüber der Presse.

In einer ersten Stellungnahme hatte die IG Metall in NRW davor gewarnt, dass die Entwicklungen in der Gesellschaft nur bedingt voraussehbar sei und dass der Druck zu weiteren Einsparungen wachsen könne.

Stand: 08.05.2019, 12:48