Das Kopftuch-Experiment

Das Kopftuch-Experiment

  • Selbsttest: eine Woche mit Kopftuch
  • Keine Schülerin ist Muslima
  • Werden sie anders behandelt als sonst?

Menschen mit Kopftuch werden immer häufiger diskriminiert, heißt es oft in den Medien. Ist das wirklich so? Das überprüfen seit Mittwoch (14.11.2018) Schülerinnen der Geschwister-Scholl-Gesamtschule aus Lünen im Selbsttest. Eine Woche lang tragen sie beim Einkaufen, beim Sport und in der Familie ein Kopftuch. Werden sie jetzt anders behandelt als sonst?

Wie sitzt das Kopftuch richtig?

Lehrerin Katrin Riekermann hatte sich gemeinsam mit ihrer AG dieses Experiment ausgedacht und jetzt auch umgesetzt. Es haben sich sechs Schülerinnen freiwillig gemeldet, die mit der Kopfbedeckung durch die Lüner Innenstadt gehen.

Schülerin hilft Lehrerin beim Anlegen des Kopftuchs

Sueda legt ihrer Lehrerin das Kopftuch an

Die Bedenken waren groß wie bei Celina Lebsack. Die 15-Jährige war erst dagegen. Zu groß war die Angst, von Freunden und Bekannten mit einem Kopftuch auf der Straße erkannt zu werden.

Erste Ergebnisse

Celina Lebsack und die anderen Mädchen gewöhnen sich aber schnell an das Tragen eines Kopftuches. Wenngleich sie sagen, dass das Kopftuch sie ein wenig einengt. Sie gehen durch sie Innenstadt und kaufen auch ein.

Diskriminiert werden sie wegen des Kopftuches nicht. Für viele Lüner scheint der Anblick einer Frau mit Kopftuch Alltag zu sein. Einzig und allein ein junges Ehepaar zeigt Unverständnis und schüttelt den Kopf.

Regeln gemeinsam erarbeitet

Aktiv auf Menschen zugehen wollen die Schülerinnen nicht. Sollten sie jedoch auf die Kopfbedeckung angesprochen werden, wollen sie erklären, dass das Ganze ein Experiment sei. So haben sie es verabredet. Jede Schülerin entscheidet selbst, wie lange sie am Tag den Stoff auf dem Kopf tragen will.

Stand: 16.11.2018, 15:01