Ärzte des Dortmunder Klinikums operieren auch Tiere im Zoo

Kooperation von Tier- und Humanmedizinern 02:43 Min. Verfügbar bis 19.08.2020

Ärzte des Dortmunder Klinikums operieren auch Tiere im Zoo

Von Catherine Jaspard

  • Human- und Tiermediziner kooperieren
  • Zoo-Tierärztin holt sich Rat von Fachärzten
  • Gynäkologen operieren Orang-Utan und Tapir

Der Tiger braucht eine Wurzelbehandlung, der Affe hat eine komplizierte Knieverletzung und der Ameisenbär Schwierigkeiten bei der Geburt. Das sind Herausforderungen, bei denen die Dortmunder Zoo-Tierärztin Dr. Christine Osmann gerne Humanmediziner zu Rate zieht.

Jedes Tier hat seine Besonderheiten

230 verschiedene Tierarten leben im Dortmunder Zoo. Deshalb braucht Dr. Christine Osmann manchmal Experten aus den einzelnen Fachrichtungen. Grundsätzlich kennen sich Zoo-Tierärzte mit der Lebensweise, der Ernährung und den Krankheiten einer Vielzahl exotischer Arten aus.

Gynäkologe führt Kaiserschnitt im Zoo durch

Vor zwei Jahren kam es bei dem Orang-Utan-Weibchen Suma zum Geburtsstilland. Sie war apathisch und hatte starke Schmerzen. Ihr Zustand war kritisch. Deshalb wollte Zoo-Tierärztin Dr. Christine Osmann den Kaiserschnitt nicht alleine durchführen. Sie rief im Klinikum Dortmund an und bekam gynäkologische Unterstützung von Dr. Bernd Hanswille.

Kooperation seit den 90er Jahren intensiviert

Das erste Mal hatte die Ärztin des Dortmunder Zoos 1994 einen Affen von einem Humanmediziner behandeln lassen. Immer dann, wenn ihr Untersuchungs-Geräte fehlen, oder sie einfach nicht weiterkommt, helfen Fachärzte aus dem Klinikum weiter. "Und die Kooperation ist nicht einseitig", sagt Gynäkologe Dr. Bernd Hanswille. "Wir tauschen uns mit dem Zoo über Infektionskrankheiten, Medikamente und Wundheilung aus. Die ist nämlich beim Menschen ganz ähnlich wie bei vielen Tieren."

Stand: 19.08.2019, 15:38