Neue Dienststelle gegen Clankriminalität

Neue Dienststelle gegen Clankriminalität

Von Stephanie Grimme

  • Polizei, Zoll und Steuerfahndung arbeiten zusammen
  • Zehn Mitarbeiter gegen kriminelle Clans
  • Zentrale in Essen
  • Kritik: Zu wenig Mitarbeiter

Mitarbeiter von Polizei, Zoll, Steuerfahndung und der Ruhrgebietsstädte werden künftig in einer eigenen Dienststelle zusammenarbeiten, um Clan-Kriminalität effektiver zu bekämpfen. NRW-Innenminister Herbert Reul (CDU) hat am Dienstag (10.12.2019) in Essen die künftigen Arbeitsräume der sogenannten Sicherheitskooperation Ruhr besucht.

Viele Clans im Ruhrgebiet

In wenigen Monaten soll es in der zentralen Dienststelle losgehen; rund zehn Mitarbeiter sollen zu Beginn in Essen arbeiten. Kritik kommt vom Bund Deutscher Kriminalbeamter: In der neuen, gebündelten Dienststelle würden zu wenig Ermittler arbeiten, um nach Razzien wirklich an die Köpfe der Clankriminalität zu kommen.

Auch Essens Polizeipräsident Frank Richter rechnet nicht mit schnellen Erfolgen: "Es sind Strukturen, die sich seit 30, 40 Jahren gebildet haben. Strukturen die, angefangen von der Plünderung der Sozialsysteme, bis über organisierte Kriminalität, hier Fuß gefasst haben. Und das wird lange Zeit brauchen, diese Strukturen aufzubrechen."

Unversteuerter Tabak und Sozialleistungsmissbrauch

Das Ruhrgebiet ist in Deutschland eine Hochburg für kriminelle Familienclans. Bei Razzien wird immer wieder unversteuerter Tabak gefunden und Sozialleistungsmissbrauch aufgedeckt - das ist ein Millionengeschäft der Clans.

Erste Bilanz der Razzien gegen kriminelle Clans

WDR aktuell 13.01.2019 00:36 Min. Verfügbar bis 30.12.2099 WDR 2

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Stand: 10.12.2019, 16:17