Nach Unfall wieder Konzerte am Baldeneysee in Essen

Die zerbrochene LED-Leinwand liegt neben einer Bühne. Polizisten stehen daneben.

Nach Unfall wieder Konzerte am Baldeneysee in Essen

Von Tobias Brunner

  • Erste Open-Air-Konzerte nach Unfall in Essen
  • Sicherheitskonzept leicht überarbeitet
  • Veranstalter äußert sich nicht
  • Ermittlungen zur Unfallursache laufen

Zum ersten Mal seit dem Unfall bei einem Open-Air-Konzert in Essen treten an diesem Wochenende auf der betroffenen Bühne wieder Künstler auf. Am Freitag (13.09.2019) ist das Konzert des Rappers Alligatoah, am Samstag (14.09.2019) singt Mark Forster.

Die Stadtverwaltung bestätigt, dass dafür das Sicherheitskonzept leicht überarbeitet worden sei. Der Veranstalter selbst äußert sich dazu nicht.

Laut Stadt soll es vor Beginn der Konzerte im Seaside Beach nun Durchsagen zu Fluchtwegen und Notausgängen geben - ähnlich wie im Flugzeug. Außerdem werde ein Parkverbot erlassen. "So können die rund 20.000 erwarteten Besucher abfließen und den Veranstaltungsort verlassen", sagte eine Sprecherin.

LED-Wand war ins Publikum gestürzt

Nach WDR-Informationen soll das Sicherheitspersonal noch einmal geschult worden sein, um Besucher gezielter zu lotsen. Außerdem sollen Wege besser beleuchtet werden.

So soll vermieden werden, dass es im Notfall wie vor knapp zwei Wochen an Ausgängen zu Gedränge kommt. Bei dem Konzert der Rapper Casper und Marteria waren Teile einer LED-Wand während eines Gewitters umgestürzt. 31 Menschen wurden dabei verletzt.

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WDR 5 Leonardo Top Themen 03.01.2018 06:10 Min. Verfügbar bis 02.01.2023 WDR 5

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Nach dem Unfall hatten viele Besucher Kritik in den sozialen Medien geäußert - etwa, dass zu wenig Sicherheitskräfte vor Ort gewesen seien. Nach WDR-Informationen wird deren Zahl aber nicht erhöht, sondern bleibt weiterhin bei etwa 120.

Veranstalter schweigt zu Konzerten

Holger Walterscheidt hatte als Betreiber des Seaside Beach entsprechende Kritik bereits kurz nach dem Konzert zurückgewiesen. Walterscheidt sprach dabei im Namen der Kölner Agentur Live Modus.

Diese veranstaltet zwar die Konzerte, nimmt aber keine Stellung dazu. Auch eine Anfrage des WDR ließen Live Modus und Walterscheidt unbeantwortet.

Stadt Essen hat Bühne erneut abgenommen

Die Sprecherin der Stadt Essen bestätigte, dass die Bühne erneut abgenommen wurde. Die Stadt sei aber nicht für "produktionstechnische Anlagen" wie Lautsprecher oder LED-Wände zuständig. Diese zu prüfen und freizugeben, sei Aufgabe des Veranstalters und dessen Fachleuten.

Eine Person, die mit den Aufbauarbeiten vertraut ist, sagte dem WDR, dass wieder eine LED-Wand zum Einsatz kommen soll - diesmal aber wohl eine deutlich kleinere.

Polizei prüft Hinweise zu Unfall

Unabhängig von den Konzerten laufen die Ermittlungen der Polizei. Inzwischen haben Besucher über eine Internetseite rund 80 Hinweise eingereicht, die von den Beamten geprüft werden. Aufschluss soll auch ein technisches Gutachten bringen.

Stand: 13.09.2019, 06:00

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