Salzbergwerk Borth

Rheinberg: Kontroverse um Salzabbau

Stand: 05.05.2022, 17:56 Uhr

Das Salzbergwerk Borth will seine Abbauflächen erweitern - unter anderem sind Teile von Xanten betroffen. Eine Bürgerinitiative fürchtet massive Schäden an Häusern.

Industrie- und Gewerbesalze, Speisesalze, hochreine Pharmawirkstoffe und Streusalze. Das Salzwerk Borth ist das letzte aktiv produzierende Bergwerk am Niederrhein – alle anderen Bergwerke wurden bereits geschlossen. Circa 350 Bergleute beschäftigt das Werk in Rheinberg-Borth, um das Salz zutage zu fördern – jährlich rund 1,5 Millionen Tonnen. Damit ist das Werk einer der wichtigsten Arbeitgeber in der Region.

Neue Abbaugebiete geplant

Mit dem Beginn der Förderung im Jahr 1925 wurden die Abbauflächen Stück für Stück erweitert. In einem letzten Schritt sollen jetzt noch einmal neue Gebiete dazukommen. Davon betroffen wären unter anderem Teile von Xanten.

"Wir haben momentan in den zugelassenen Flächen noch Salz für etwa fünf bis sechs Jahre. Wir haben aber noch weitere, hochwertige Salzvorkommen hier am Standort, die nach unserer Schätzung etwa bis 2050 reichen. Diese Salzvorkommen wollen wir natürlich vollständig gewinnen", sagt Olaf Schaub von K+S Minerals and Agriculture.

Bürgerinitiative fürchtet Bergschäden

Gegen diese Pläne gibt es Widerstand von einer Bürgerinitiative, denn diese befürchtet massive Bergschäden. An einem Bauernhof, dessen Besitzer anonym bleiben wollen, gibt es Risse in den Wänden, die Bergschäden sein sollen. Die wurden aber von K+S bisher nicht als solche anerkannt. Es gebe keine Absenkungen durch den Bergbau in diesem Bereich.

Risse in einer Wand

Risse in der Wand an einem Bauernhof

Die Bürgerinitiative sieht das anders und fürchtet noch mehr davon: "Bei Gebäuden werden Sie sicherlich die gleichen Schäden sehen, die Sie heute hier aufgenommen haben. Das werden also die Schäden sein, die die Bürgerinnen und Bürger zu fürchten haben. Ich denke, die Bilder sind so aussagekräftig, dass man dazu gar nicht mehr allzu viel sagen kann", sagt Karl Heinz Kamps von der Bürgerinitiative der Salzbergbaugeschädigten NRW.

Zehn Verdachtsfälle jährlich

Laut K+S werden jährlich rund zehn Verdachtsfälle auf Bergschäden an Privathäusern gemeldet – in den letzten Jahren habe sich keiner davon bestätigt. Dass es durch den Abbau in über 750 Metern Tiefe aber zu Absenkungen an der Oberfläche kommt, bestätigt das Unternehmen; im neu geplanten Abbaugebiet könnte sich der Boden um etwa drei Meter absenken.

"Das Wesentliche ist dabei, dass diese Senkungen gleichmäßig sind und nicht ungleichmäßig. Gleichmäßige Senkungen sind bei geringen Grundflächen eher unschädlich zu bewerten", sagt Olaf Schaub von K+S weiter.

Einwendungen noch bis zum 19. Mai möglich

Ein weiterer Punkt, den die Bürgerintiative anbringt: Die Geräusche, denn das Salz wird durch Sprengungen gelöst. Zu diesem Punkt sagt Olaf Schaub von K+S: "Wir machen ständig Messungen und können auch durch Messungen belegen, dass diese Werte, diese Schwinggeschwindigkeiten, die wir da erzeugen, vollkommen im unschädlichen Bereich sind."

Die Pläne für die geplante Erweiterung der Abbauflächen liegen offen. Noch bis zum 19. Mai können Bürger Einwendungen erheben.

Die Lokalzeit aus Duisburg hat über dieses Thema am 05. Mai berichtet.

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