Kohlekraftwerk Knepper ist gesprengt

Kohlekraftwerk Knepper ist gesprengt

  • Kohlekraftwerk-Sprengung zwischen Dortmund und Castrop Rauxel
  • Drei Bauwerke fielen vorbildlich
  • Nur leichte Verspätung im Zeitplan

Um 12.10 Uhr am Sonntag (17.02.2019) war das ehemalige Kraftwerk Knepper endgültig Geschichte. Dann fielen Kühlturm und Schornstein in sich zusammen. 28.000 Tonnen Schutt. Ein weiterer Abschied von einer Landmarke im Ruhrgebiet.

Zwei Sprengungen für drei Gebäude

Die Sprengungen erfolgten in zwei Schritten: Zuerst wurde das Kesselhaus (69 Meter) gesprengt. Anschließend der fast 130 Meter hohe Kühlturm und der 210 Meter hohe Schornstein.

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Die Sprengzeiten wurden am Sonntagvormittag nach hinten verschoben: Das Kesselhaus wurde statt um 11 Uhr um 11.15 Uhr gesprengt, Kühlturm und Schornstein sollten ursprünglich um 11.45 Uhr in sich zusammen fallen. Die endgültige Sprengung verzögerte sich um rund 20 Minuten, verlief aber nach bisherigen Erkenntnissen nach Plan.

Sprengung samt Frühstück

Am Sonntag mussten die Anwohner direkt um das Kraftwerk bis 9:00 Uhr ihre Häuser verlassen haben. Ein Shuttle-Bus brachte die meisten von ihnen auf das Gelände, damit sie sich die Sprengung samt Frühstück auf einer Anwohnertribüne ansehen können. Andere Besucher durften nicht auf das Gelände. Seit Tagen wurde das Kraftwerk rund um die Uhr bewacht, damit keine Schaulustigen mehr auf das 58 Hektar große Gelände kommen.

Da es sonnig und bis zu 15 Grad warm war, hatten die Städte Castrop-Rauxel und Dortmund mit etwa 10.000 Zuschauern in der Umgebung gerechnet. Verkehrsprobleme inklusive: Zahlreiche Straßen rund um das Kraftwerk wurden gesperrt. Extra Parkplätze gab es nicht.

Gewerbepark geplant

Das Gütersloher Recycling-Unternehmen Hagedorn hatte das 2014 stillgelegte Kohlekraftwerk vor einem Jahr gekauft und plant, dort einen modernen Gewerbepark zu errichten. Hagedorn ist Spezialist im Sanieren von belasteten Flächen.

Ein Stück Industriegeschichte ist vorbei: Kohlekraftwerk Knepper gesprengt

Ein imposantes Stück Industriegeschichte zwischen Dortmund und Castrop-Rauxel ist verschwunden: Das knapp 50 Jahre alte Kohle-Kraftwerk Knepper wurde am Montag gesprengt.

Blick auf das stillgelegte Kraftwerk Knepper

So sah da stillgelegte Steinkohlekraftwerk Knepper vor der Sprengung aus. Noch stehen Kesselhaus, Kühltum und Schornstein. Mehr als 200 Kilo Sprengstoff wurden parat gelegt, um den Koloss in Schutt und Asche zu legen. Auf der 59 Hektar großen Fläche soll ein Gewerbegebiet entstehen.

So sah da stillgelegte Steinkohlekraftwerk Knepper vor der Sprengung aus. Noch stehen Kesselhaus, Kühltum und Schornstein. Mehr als 200 Kilo Sprengstoff wurden parat gelegt, um den Koloss in Schutt und Asche zu legen. Auf der 59 Hektar großen Fläche soll ein Gewerbegebiet entstehen.

Wasserkanonen bekämpfen die mächtigen, dunklen Staubwolken. Etwa 120 Anwohner mussten während der Sprengung am Sonntag (17.02.2019) ihre Häuser in dem weiträumig abgesperrten Gelände verlassen. Sie durften das eindrucksvolle Schauspiel exklusiv von einer Zuschauertribüne aus verfolgen.

"Alles wie geplant und ohne Komplikationen", wird eine Sprecherin der Abbruchfirma nach der Sprengung sagen. Die 28.000 Tonnen Stahlschrott und Bauschutt sollen in den kommenden Monaten mit Spezialgerät zerkleinert und auf der Fläche verteilt werden. Die verwertbaren Stahlmaterialien sollen dann abtransportiert werden.

Hier wird das Kesselhaus gesprengt. Geradezu begeistert äußert sich ein Berater der Abbruchfirma im WDR, der das Spektakel live im Fernsehen überträgt. "Eine schönere Choreographie kann man für eine Bauwerkssprengung nicht erzeugen", schwärmt Sprengmeister Eduard Reisch.

Er kippt, der Schornstein. Er hatte mit seinen 210 Metern sogar den Kölner Dom um gut 50 Meter überragt.

Stand: 17.02.2019, 14:36