Klinikum in Gelsenkirchen nimmt Druckkammern in Betrieb

Klinikum in Gelsenkirchen nimmt Druckkammern in Betrieb

  • Klinikum Bergmannsheil betreibt Druckkammern
  • Notfallversorgung für NRW rund um die Uhr
  • Hilfe bei Rauchvergiftungen und Tauchunfällen

Das Klinikum Bergmannsheil in Gelsenkirchen nimmt am Mittwoch (26.09.2018) zwei medizinische Druckkammern in Betrieb. Sie sind vor allem für die Notfallversorgung bei Rauchvergiftungen und nach Tauchunfällen bestimmt. Die Druckkammern werden als erste in NRW rund um die Uhr einsatzbereit sein.

Bislang müssen Notfall-Patienten nach Düsseldorf, Münster, Aachen oder sogar bis nach Wiesbaden gebracht werden – etwa wenn sie nach Bränden oder durch defekte Gasthermen lebensgefährliche Vergiftungen erlitten haben. Die Druckkammern in Gelsenkirchen sollen die Wege im Ruhrgebiet nun deutlich verkürzen, da im Notfall jede Minute zählt.

"Jede Zeitverzögerung führt zu nachhaltigen Schäden oder auch zum Tod des Patienten", erklärt Klinikchef Werner Neugebauer. In den Kammern atmen Patienten unter Überdruck reinen Sauerstoff ein. Dieser wird anschließend im Blut gelöst, was bei Vergiftungen hilft oder die Wundheilung beschleunigt.

Eine Kammer kostet 1,5 Millionen Euro

24 Patienten kann das Klinikum in den beiden Kammern gleichzeitig behandeln. Sie haben laut Bergmannsheil jeweils 1,5 Millionen Euro gekostet. Die größere der beiden wiegt rund 50 Tonnen, die kleinere 19 Tonnen. Gebaut wurden sie im 400 Kilometer entfernten Ittersbach in Baden-Württemberg.

Stand: 26.09.2018, 11:43

Weitere Themen