Kleve: 9 Jahre Haft für Ausbruch aus Psychiatrie mit Geiselnahme

Landgericht Kleve, Amtsgericht Kleve

Kleve: 9 Jahre Haft für Ausbruch aus Psychiatrie mit Geiselnahme

In Kleve ist ein Geiselnehmer zu neun Jahren Haft mit anschließender Sicherheitsverwahrung verurteilt worden. Vor einem Jahr war er aus einer forensischen Klinik ausgebrochen.

Der 44-Jährige bekam die Strafe vor dem Klever Landgericht auch für besonders schweren Raub und Widerstand gegen die Polizei.

Ausbruch aus Hochsicherheitstrakt durch Geiselnahme

Gemeinsam mit einem 37-jährigen Komplizen hatte er im Mai 2020 einen Pfleger mit einem Küchenmesser und einer Rasierklinge bedroht. Sie hätten ihn gezwungen, unter einem Vorwand mit ihnen zusammen den Hochsicherheitstrakt der Klinik zu verlassen und seien dann ohne ihn in seinem Auto davongefahren, so das Landgericht. "Wenn sich die Schleuse nicht öffnet, überlebst Du das nicht", hatten die beiden Täter laut Gericht ihre Geisel bedroht.

Der Pfleger habe daraufhin an der Pforte vorgegeben, mit den Patienten zusammen Müll rausbringen zu wollen, woraufhin der zuständige Beamte die Schleuse öffnete. Messer seien in der Anstalt an Patienten für den Eigenbedarf ausgegeben worden, wenn diese als nicht gefährlich eingestuft waren, ergab später eine Prüfung des Falls.

Polizei erschoss einen der Ausbrecher

Mit dem Auto flüchteten die beiden Männer rund 150 Kilometer nach Aachen. Dort wurden sie am nächsten Tag von der Polizei entdeckt. Einer der Männer wurde durch einen Polizeihund außer Gefecht gesetzt.

Der andere Ausbrecher nahm eine unbeteiligte Frau auf einem Spielplatz als Geisel und hielt ihr ein Messer an den Hals. Daraufhin erschoss die Polizei den Mann.

Die beiden ausgebrochenen Männer waren wegen schweren Raubs verurteilt und wegen ihrer Suchterkrankung in der forensischen Klinik in Bedburg-Hau untergebracht worden.

Stand: 04.06.2021, 18:52