Das Klavier in der Volme - Hagen in der Pogromnacht

Das Klavier in der Volme - Hagen in der Pogromnacht

Von Gregor Schnittker

  • Vor 80 Jahren wurden auch in Hagen Juden attackiert
  • Ein gelbes Klavier erinnert an Schicksal jüdischer Familien
  • Deutschlandweit das größte Erinnerungsprojekt

Vor 80 Jahren eskaliert auch in Hagen die Gewalt gegen jüdische Menschen. So wird Familie Cohn attackiert, eine Metzgerfamilie, am Hohen Graben 2, mitten in Hagen.

In der Nacht zum 10.11.1938 dringen SA-Männer mit Knüppeln in die Wohnung ein, verletzen Simon Cohn so schwer, dass er an den Folgen seiner Verletzung stirbt. Das Klavier der Familie wird aus dem Fenster geworfen, direkt in die Volme.

Hagener Künstler wollen aufmerksam machen

Daran und an das Schicksal vieler Juden erinnern zwei Künstler mit ihrer Aktion. "Das Klavier in der Volme" nennen Slavica Stoltenhoff und Dietmar Schneider ihr Kunst- und Musikprogramm in Anlehnung an das Klavier von Familie Cohn.

Mit einem baugleichen Instrument haben sie ein mobiles Mahnmal geschaffen, das in den kommenden Tagen an Schulen, Seniorenheimen und anderen Orten stehen wird. Das Musizieren ist explizit erwünscht und das Nachdenken über das, was damals geschah.

Neun Tage Programm

Zudem wurden Container aufgestellt mit Zeitzeugenberichten und Informationen. In den kommenden neun Tagen gibt es außerdem Tanz-und Theatervorstellungen, Gesprächsrunden und Film-Vorführungen.

Ein Bild einer älteren Frau erinnert an die Pogromnacht, in der die Familie Cohen ihr Leben verlor.

Unterstützt wird die Kunstaktion von der Stadt, Hagener Betrieben und der jüdischen Gemeinde. Es ist das deutschlandweit größte Erinnerungsprojekt zur Progrom-Nacht in diesem Jahr.

Stand: 09.11.2018, 07:33