Duisburg: Kindergesundheitsbericht offenbart Probleme

Kind wartet auf eine Spritze

Duisburg: Kindergesundheitsbericht offenbart Probleme

  • Letzter Kindergesundheitsbericht liegt 11 Jahre zurück
  • Wenig Bewegung, niedrige Impfquoten und Sprachprobleme
  • Stadt will Gesundheitslotsen einsetzen

"Entwicklungs- und Verhaltensauffälligkeiten der Duisburger Einschulkinder treten in den letzten Jahren 'gefühlt' immer häufiger auf und auch die Deutschkenntnisse der Kinder werden immer schlechter" – Die Ärzte des Duisburger Kinder- und Jugendgesundheitsdienstes zeichnen ein ernüchterndes Bild zum Gesundheitszustand der Kinder in der Stadt.

Duisburg: Kindergesundheitsbericht offenbart Probleme 00:46 Min. Verfügbar bis 14.01.2020

Die Ergebnisse aus den Schuleingangsuntersuchungen von 6000 Kindern hat die Stadt in einem Kindergesundheitsbericht für das Jahr 2018 zusammengefasst. Seit der letzten Erhebung sind 11 Jahre vergangen.

Zu wenig Bewegung und niedrige Impfquoten

Fast jedes siebte Kind in Duisburg ist demnach zu dick. "Die motorischen und koordinativen Fähigkeiten von Kindern haben sich in den letzten Jahren sehr ungünstig entwickelt", heißt es im Bericht. Viele würden sich nicht genug bewegen.

Außerdem seien die Impfquoten in sozial schlechter gestellten Ortsteilen deutlich niedriger als im stadtweiten Durchschnitt, heißt es in dem Bericht. Während im gesamten Stadtgebiet durchschnittlich 94,2 Prozent der Kinder gegen Masern geimpft seien, habe der Anteil im Jahr 2016 in Hochfeld nur bei 84 Prozent gelegen.

Jedes siebte Kind zeigt auffälliges Verhalten

Außerdem sei der Anteil an Einschulkindern mit Verhaltensauffälligkeiten gestiegen. Jedes siebte Kind sei etwa aggressiv, leide unter Motivationsstörungen, mangelndem Selbstvertrauen, ausgeprägter Schüchternheit oder Versagensängsten. "Einschulkinder mit Erstsprache Deutsch haben häufiger Verhaltensauffälligkeiten als Einschulkinder mit Migrationshintergrund", heißt es im Bericht.

Viele Kinder sprechen kaum Deutsch

Teil des Kindergesundheitsberichts sind auch sprachliche Fähigkeiten. Die Hälfte aller untersuchten Duisburger Einschulkinder spricht demnach in den ersten vier Lebensjahren eine andere Sprache als Deutsch. In den Stadtteilen Bruckhausen und Marxloh liege dieser Anteil bei fast 90 Prozent. Dabei zeige sich auch, dass Kinder aus bildungsfernen Familien oft erst spät oder gar nicht in die Kita gehen.

Die Stadt will künftig spezielle Gesundheitslotsen einsetzen. Diese sollen dann Kinder mit besonderem Bedarf in entsprechende Fördermaßnahmen bringen.

Stand: 14.01.2019, 17:56

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